PREDNISON ACIS 20 mg Tabletten

Art.Nr.:
02231620
Packungsinhalt:
10 St Tabletten
Abgabehinweis:
Rezeptpflichtig
Produkt von:
acis Arzneimittel GmbH
Reimport:
nein
EAN:
04260577692336
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Ihr Preis: 13,17 EUR
inkl. 19 % MwSt.
 
Wirkungsweise
Wie wirkt der Inhaltsstoff des Arzneimittels?

Der Wirkstoff ist ein verwandter Stoff zum Kortison, ein so genanntes Glucokortikoid. Dies ist ein Hormon, das vom Körper auch selbst in der Nebenniere hergestellt wird.
Der Wirkstoff greift unter anderem in den Stoffwechsel, den Salzhaushalt und das Immunsystem des Körpers ein - dadurch wirkt er z.B. starken Entzündungen oder so genannten Autoimmunerkrankungen entgegen.
Wichtige Hinweise
Was sollten Sie beachten?
- Dieses Arzneimittel enthält Stoffe, die unter Umständen als Dopingstoffe eingeordnet werden können. Fragen Sie dazu Ihren Arzt oder Apotheker.
- Durch plötzliches Absetzen können Probleme oder Beschwerden auftreten. Deshalb sollte die Behandlung langsam, das heißt mit einem schrittweisen Ausschleichen der Dosis, beendet werden. Lassen Sie sich dazu am besten von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
- Vorsicht bei Kortikoid-Allergie (z.B. Kortison)!
- Vorsicht bei Allergie gegen Farbstoffe (z.B. Chinolingelb mit der E-Nummer E 104)!
- Vorsicht bei einer Unverträglichkeit gegenüber Lactose. Wenn Sie eine Diabetes-Diät einhalten müssen, sollten Sie den Zuckergehalt berücksichtigen.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Gegenanzeigen
Was spricht gegen eine Anwendung?

Immer:
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe

Unter Umständen - sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt oder Apotheker:
- Geschwüre im Verdauungstrakt
- Colitis ulcerosa, bei Gefahr eines Darmdurchbruchs
- Divertikulitis (Entzündung von Ausstülpungen im Dickdarmbereich)
- Bluthochdruck
- Herzschwäche
- Psychische Erkrankungen
- Selbstmordgedanken, auch in der Vorgeschichte
- Leberentzündung
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Kurz zuvor stattgefundene Schutzimpfung
- Virusinfektionen, z.B.:
 - Gürtelrose
 - Herpes-Infektionen
 - Windpocken
 - Keratitis herpetica (Herpes-Infektionen am Auge), auch in der Vorgeschichte
- Pilzinfektionen der inneren Organe oder des ganzen Körpers
- Befall mit Parasiten, wie z.B.:
 - Wurmbefall
- Bakterieninfektion
- Poliomyelitis (Kinderlähmung)
- Tuberkulose, auch in der Vorgeschichte
- Lymphadenitis (entzündliche Lymphknotenschwellung)
- Osteoporose
- Weitwinkelglaukom
- Engwinkelglaukom
- Hornhautschäden (Auge)

Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann.
- Stillzeit: Wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Er wird Ihre besondere Ausgangslage prüfen und Sie entsprechend beraten, ob und wie Sie mit dem Stillen weitermachen können.

Ist Ihnen das Arzneimittel trotz einer Gegenanzeige verordnet worden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker. Der therapeutische Nutzen kann höher sein, als das Risiko, das die Anwendung bei einer Gegenanzeige in sich birgt.
Nebenwirkungen
Welche unerwünschten Wirkungen können auftreten?

Die möglichen Nebenwirkungen des Arzneimittels hängen stark von der Dosishöhe und der Therapiedauer ab. Lassen Sie sich hierzu von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.

Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Für die Information an dieser Stelle werden vor allem Nebenwirkungen berücksichtigt, die bei mindestens einem von 1.000 behandelten Patienten auftreten.
Anwendwendungsgebiete
- Substitutionstherapie (krankhafter Kortisonmangel)
- Rheumatische Erkrankungen
- Lungenerkrankungen
- Erkrankungen der oberen Atemwege
- Erkrankungen der Haut
- Krebserkrankungen
- Erkrankungen des Nervensystems
- Schwere Entzündung bei einer Bakterieninfektion
- Erkrankungen des Auges
- Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes
- Erkrankungen der Leber
- Erkrankungen der Niere


Was ist das? - Definition
Unter einer Arthrose versteht man eine durch Abnutzung entstandene chronische Gelenkerkrankung.

Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
 - Gelenkverschleiß

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursache
Ein Gelenk ist eine bewegliche Verbindung zwischen zwei Knochen. Damit sich das Gelenk reibungsfrei bewegen kann, sind die Knochenoberflächen mit Knorpel überzogen.
Die Arthrose ist eine Erkrankung dieses Gelenkknorpels. Durch übermäßige Belastung eines Gelenkes kommt es zur langsam fortschreitenden Zerstörung des Gelenkknorpels, der sich nicht neu bilden kann.
Es gibt zahlreiche Ursachen, die zum Gelenkverschleiß führen können:
 - In seltenen Fällen ist eine Arthrose durch eine Minderwertigkeit des Knorpelgewebes bedingt, das heißt der Gelenkknorpel ist schon recht früh abgenutzt und es entwickelt sich in relativ jungen Jahren eine Arthrose.
 - Die Arthrose ist in der Regel eine Erkrankung des älteren Menschen, denn bereits ab 30 sind die ersten Abnutzungen an vielen Gelenken erkennbar, mit 65 gibt es praktisch keinen Menschen mehr ohne Gelenkveränderungen.
 - Bei Übergewicht oder einer ständig erhöhten Gelenkbelastung, beispielsweise im Leistungssport, nutzen sich die Gelenke rascher ab.
 - Fehlbelastung, z.B. angeborene Achsenfehlstellungen wie O-Beine oder ähnliches haben eine oft einseitig vermehrte Gelenkabnutzung zur Folge.
 - Infolge von Verletzungen, z.B. nach in Fehlstellung verheilten Knochenbrüchen kann es zur Schädigung des Gelenkknorpels kommen. Deshalb werden heute Knochenbrüche im Gelenkbereich meist operiert, damit es nicht zu Fehlstellungen kommt.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Arthrosen sind sehr häufig, sie machen ca. ein Drittel aller Erkrankungen in Deutschland aus. Am häufigsten betroffen sind stark belastete Gelenke, also besonders Hüft- und Kniegelenke. Doch auch an der Wirbelsäule und den Fingergelenken kommt es oft zu arthrotischen Veränderungen.
Eine Arthrose bereitet lange Zeit keine Beschwerden, erst wenn der Gelenkknorpel so stark zerstört ist, dass Knochen an Knochen reibt, kommt es zu Schmerzen. Anfangs treten diese nur bei größeren Belastungen auf, häufig berichten die Patienten auch über eine gewisse "Wetterfühligkeit". Später kommt es schon bei geringen Belastungen und sogar in Ruhe zu Beschwerden. Typisch ist der "Anlaufschmerz": die ersten Schritte nach einer Ruhephase sind schmerzhaft, nach kurzer Einlaufzeit bessern sich die Schmerzen.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Die Arthrose ist eine chronisch fortschreitende Erkrankung, die nicht geheilt werden kann.
In fortgeschritteneren Stadien kommt es zur zunehmenden Einschränkung der Gelenkbeweglichkeit bis hin zur Gelenksteife. Durch Veränderungen sämtlicher am Gelenk beteiligter Strukturen (Bänder, Sehnen etc.) resultiert langfristig eine sichtbare Gelenkverformung.
Durch Knorpelabriebprodukte innerhalb des Gelenkes kann es zu einer Reizung der Gelenkschleimhaut kommen. Dies hat eine Ergussbildung zur Folge. Äußerlich sind Zeichen einer Entzündung (Rötung, Schwellung, Schmerz, Überwärmung) erkennbar. Man spricht von einer aktivierten Arthrose.

Was kann sonst noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Gelenkschmerzen können bei vielen Erkrankungen des Bewegungsapparates auftreten:
 - Rheumatische Erkrankungen führen zu Gelenkreizungen. Sie sind an einer schmerzhaften entzündlichen Schwellung des betroffenen Gelenkes erkennbar. Im Gegensatz zur Arthrose sind oft mehrere Gelenke betroffen.
 - Bei Stoffwechselerkrankungen wie der Gicht kann es durch Ablagerungen von Harnsäurekristallen in den Gelenken zu Gelenkschmerzen kommen. Hier ist meist das Großzehengrundgelenk betroffen.
 - Kommt es im Rahmen einer Infektionskrankheit, z.B. einer Grippe zu Gelenkschmerzen, so sind diese durch eine Mitreaktion der Gelenke bedingt und heilen von selbst ab.

Was rät die Großmutter? - Hausmittel und Verhaltenstipps
 - Generell sollten übermäßige Belastungen der Gelenke vermieden werden, Normalgewicht ist anzustreben und knien, hocken oder langes Stehen zu vermeiden.
 - Die regelmäßige Bewegung ist wichtig, denn "wer rastet, der rostet". Ideal ist die Bewegung im Wasser, auch Rad fahren ohne starke Belastung (ebene Strecken) "ölt" die Gelenke.
 - Bei fortgeschrittener Arthrose ist zur Schmerzlinderung die Entlastung der Gelenke wichtig. Deshalb sollte man für längere Strecken einen Stock oder einen Gehwagen verwenden. Bei der Nutzung eines Stockes ist zu beachten, dass er auf der Gegenseite, also auf der Seite mit dem gesunden Gelenk geführt wird.
 - Ist es zu einer Entzündung oder Reizung des betroffenen Gelenkes gekommen, hilft lokales Kühlen, sonst ist lokale Wärme wohltuender.
 - Zur Erleichterung des täglichen Lebens sind das Anbringen von Haltegriffen, besonders im Badbereich und die Erhöhung von Bett und Toilette hilfreich.

Bearbeitungsstand: 23.07.2012

Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Thieme, Thiemes Altenpflege in Lernfeldern, Thieme, (2008)

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Was ist das? - Definition
Rheuma ist keine einzelne Krankheit sondern ein Sammelbegriff für mehr als hundert verschiedene Erkrankungen. Landläufig werden darunter vor allem Erkrankungen verstanden, die mit Schmerzen an Gelenken, Sehnen und Muskeln verbunden sind.
Im medizinischen Gebrauch gehören zu den rheumatischen Erkrankungen jedoch auch Krankheitsbilder, bei denen das Bindegewebe, innere Organe oder Blutgefäße betroffen sind.



Was wird alles darunter verstanden? - Dazugehörige Krankheitsbilder
Je nach zu Grunde liegender Ursache unterscheidet man beim Rheuma zwischen:
 - Den degenerativ-rheumatischen Krankheiten: Dazu zählt die Arthrose, also der Gelenkverschleiß.
 - Dem so genannten Weichteilrheumatismus: Dabei stehen Schmerzen an Sehnen, Bändern oder Muskeln im Vordergrund.
 - Den entzündlich-rheumatischen Erkrankungen: Dazu gehört z.B. die chronische Polyarthritis oder der Morbus Bechterew. Zu beachten ist, dass die Mediziner darunter auch Krankheiten einordnen, die die Gelenke erst später, evtl. auch gar nicht befallen, sondern vor allem die Blutgefäße, das Bindegewebe oder innere Organe. Beispiele dafür sind der so genannte Lupus erythematodes oder die Sklerodermie. Gemeinsam ist allen entzündlich-rheumatischen Erkrankungen eine Störung des Immunssystems. Die Gelenke, die Blutgefäße, das Bindegewebe oder andere Organe werden dabei vom körpereigenen Abwehrsystem angegriffen und zerstört.

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursache
Um die Bewegungen von zwei Knochenenden gegeneinander im Gelenk zu ermöglichen, sind die Gelenkflächen mit einer Knorpelschicht überzogen. Zwischen den Gelenkflächen findet sich ein schmaler Gelenkspalt, der mit einer Flüssigkeit gefüllt ist. So können sich die Knochen reibungsfrei bewegen. Damit das Gelenk nicht auseinandergezogen wird, ist es von einer Gelenkkapsel überzogen. Die Innenhaut dieser Gelenkkapsel nennt man Synovia. Sie bildet Nährstoffe für den Gelenkknorpel, welcher keine eigenen Blutgefäße hat und sich deshalb bei Verletzungen nicht neu bilden kann.
Bei den entzündlich-rheuamtischen Erkrankungen, die die Gelenke betreffen liegt eine chronische Entzündung der Gelenkinnenhaut zu Grunde. Diese chronische Entzündung kann auch auf innere Organe wie Herz oder Lunge übergreifen. Die genaue Ursache der einzelnen rheumatischen Erkrankungen ist in den meisten Fällen unbekannt, oft sind sie vererbt.
Die Arthrose dagegen entwickelt sich im Rahmen einer zunehmenden Abnutzung des Gelenkknorpels. Zu einer Überbeanspruchung der Gelenke kann es auf Grund starken Übergewichts, einer Fehlstellung der Gelenke oder im Alter kommen. Entwickelt sich schon in jungen Jahren eine Arthrose, so liegt die Ursache in einem angeborenen Defekt des Gelenkknorpels.
Auch die Ursache des Weichteilrheumatismus ist unklar, man vermutet, dass hier psychische Einflüsse eine Rolle spielen.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Auf den ersten Blick scheint es klar: Hat jemand "Rheuma", dann hat er Schmerzen im Bewegungs- oder Stützapparat. Bei genauerem Betrachten unterscheiden sich die Beschwerden aber doch:
 - Bei den entzündlich-rheumatischen Erkrankungen ist die Gelenkinnenhaut, die Synovia, entzündet. Deshalb stehen hier schmerzhafte Gelenkschwellungen, besonders der kleinen Fingergelenke im Vordergrund.
 - Liegt eine Gelenkabnutzung vor, beklagen die Betroffenen Schmerzen bei Gelenkbelastung, also zum Beispiel beim Gehen. Typischerweise sind die ersten Schritte am schmerzhaftesten, man spricht vom Anlaufschmerz.
 - Da beim Weichteilrheumatismus die Bänder, Muskeln und Sehnen der Gelenke entzündet sind, werden hier generalisierte Schmerzen ("mir tut alles weh") beklagt.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Der Verlauf sieht, je nachdem, was dahinter steckt, unterschiedlich aus:
 - Die chronische Entzündung der Gelenkinnenhaut bei den entzündlich-rheumatischen Erkrankungen kann zur Zerstörung der Gelenke mit Einsteifung und Fehlstellung führen. In extremen Fällen greift die Erkrankung auf innere Organe über und schädigt zum Beispiel das Herz, die Gefäße oder die Haut.
 - Schreitet eine Arthrose fort, wird jeder Schritt schmerzhaft, in extremen Fällen schmerzen die Gelenke sogar in Ruhe.
 - Beim Weichteilrheumatismus kommt es nicht zu dauerhaften Schäden an den betroffenen Strukturen. Doch sind die Betroffenen durch die ständigen Schmerzen oft psychisch sehr belastet.

Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Entzündungen einzelner Gelenke können auch durch Bakterien ausgelöst sein, die im Rahmen einer Viruserkrankung oder im Zuge anderer chronischer Erkrankungen auftreten. In allen drei Fällen spricht man von einer Arthritis.
Beim Gichtanfall, einer Entzündung, die durch Harnsäurekristallen im Gelenk verursacht wird, ist typischerweise das Großzehengelenk befallen. Meist geht dem Gichtanfall ein Festessen mit viel Fleisch und Alkoholgenuss voraus. Danach ist der Harnsäurespiegel im Blut erhöht, wodurch ein Gichtanfall ausgelöst werden kann.
An ein rheumatisches Fieber muss man bei Kindern oder Jugendlichen denken, die nach einer eitrigen Mandelentzündung hohes Fieber haben und über starke Gelenkschmerzen klagen. Da eine Mandelentzündung heute in der Regel mit Antibiotika behandelt wird, ist das rheumatische Fieber jedoch sehr selten geworden.

Was rät die Großmutter? - Hausmittel und Verhaltenstipps
 - Bei entzündeten Gelenken wirken kühlende Umschläge lindernd.
 - Eine Arthrose dagegen lässt sich eher durch lokale Wärme mildern.
 - Entzündete und abgenutzte Gelenke sollten entlastet werden, zum Beispiel durch die vorübergehende Nutzung einer Gehhilfe.
 - Liegt ein Gelenkverschleiß vor, kann man durch Gewichtsabnahme und regelmäßige leichte körperliche Tätigkeit, zum Beispiel Schwimmen, die Beweglichkeit der Gelenke bessern.
 - Kommt es wiederholt zu Schwellungen und Entzündungen der Fingergelenke, sollte zur weiteren Abklärung ein Arzt zu Rate gezogen werden.


Bearbeitungsstand: 22.11.2011

Quellenangaben:
Thews, Mutschler, Vaupel, Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen, WVG, (2007), 5. Aufl. - Andreae, von Hayek, Weniger, Krankheitslehre für Altenpflege, Thieme, (2006) - Wülker, Orthopädie und Unfallchirurgie, Thieme, (2009), 2. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Was ist das? - Definition
Die juvenile chronische Arthritis ist eine vor dem 16. Lebensjahr beginnende chronische Gelenkentzündung.



Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
 - juvenile idiopathische Arthritis
 - juvenile rheumatoide Arthritis

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursache
Körperbewegungen sind nur mit Hilfe von beweglichen Verbindungen zwischen den Knochen, den Gelenken, möglich. Bewegungen von zwei Knochenenden gegeneinander wären sehr schmerzhaft, deshalb sind die Gelenkflächen mit einer Knorpelschicht überzogen. Zwischen den Gelenkflächen findet sich ein schmaler Gelenkspalt, der mit einer Flüssigkeit gefüllt ist, so dass sich die Knochen reibungsfrei bewegen können. Damit das Gelenk nicht auseinandergezogen wird, ist es von einer Gelenkkapsel überzogen. Die Innenhaut dieser Gelenkkapsel nennt man Synovia. Sie ernährt den Gelenkknorpel, welcher keine eigenen Blutgefäße hat und sich deshalb bei Verletzungen nicht neu bilden kann. An manchen Gelenken, wie zum Beispiel am Knie, findet man noch zusätzliche Bänder oder Knorpelscheiben.
Bei der chronischen Arthritis ist es zur Entzündung dieser Gelenkstrukturen gekommen. Die genaue Erkrankungsursache ist nicht bekannt.


Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Die juvenile chronische Arthritis ist eine insgesamt seltene Erkrankung. Es handelt sich um eine chronische Krankheit, die in Schüben verläuft. Das heißt, nach Abklingen der Beschwerden treten diese in unterschiedlich großen zeitlichen Abständen wieder auf.
Typisch sind über mindestens drei Monate anhaltende Entzündungen einzelner oder mehrere Gelenke. Am häufigsten ist das Kniegelenk betroffen. Die Gelenke sind geschwollen, schmerzhaft, überwärmt und lassen sich nur schlecht bewegen. Häufig ist auch die Umgebung des Gelenks entzündet und es entwickelt sich eine Sehnenscheidenentzündung oder eine Schleimbeutelentzündung.
Bei manchen Formen der jugendlichen Arthritis sind innere Organe mitbetroffen, so können Fieber, Herzmuskelentzündungen, Vergrößerungen der Milz, Augenentzündungen oder ähnliches auftreten.


Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Durch die fortschreitende Gelenkentzündung besteht die Gefahr der Schädigung aller Gelenkstrukturen. Es kommt zur Zerstörung der Knochen und des Gelenkknorpels sowie der Gelenkkapsel. Auf Grund der Gelenkschädigung werden die am Gelenk ansetzenden Muskeln in Mitleidenschaft gezogen. Die Folgen betreffen das ganze Kind:
 - Die geschädigten Gelenke sind nicht mehr voll funktionsfähig, was zu Schonhaltungen, Muskelverkürzungen, Gelenkversteifungen und Achsenfehlstellungen, zum Beispiel O-Beine, führen kann.
 - Die juvenile Arthritis führt zu Wachstumsstörungen, die Kinder wachsen langsamer und werden nicht besonders groß.
 - Treten nur an einzelnen Gelenken Wachstumsstörungen auf, können Beinlängenverkürzungen, Hand-, Fußveränderungen oder ähnliches resultieren.
 - Durch die langandauernden Gelenkschmerzen sind die Kinder in ihrem natürlichen Bewegungsdrang eingeschränkt. Dies wirkt sich negativ auf die psychosoziale Entwicklung aus.
Doch nicht bei jedem erkrankten Kind bleiben dauerhafte Skelettveränderungen zurück. Das genaue Ausmaß der Gelenk- und Knochenveränderungen ist von der jeweiligen Unterform (es gibt fünf verschiedene) der juvenilen chronischen Arthritis abhängig.


Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Entzündungen einzelner Gelenke, die so genannten Arthritiden, können verschiedene Ursachen haben. Im Gegensatz zur juvenilen Arthritis heilen diese Gelenkentzündungen aber recht schnell und folgenlos wieder ab:
 - Sie können durch Bakterien ausgelöst sein oder im Rahmen einer Viruserkrankung auftreten.
 - Auch bei anderen chronischen Erkrankungen, besonders den chronischen Darmerkrankungen wie dem Morbus Crohn oder der Colitis ulcerosa, aber auch bei Hauterkrankungen wie der Schuppenflechte, kommt es begleitend zu Gelenkreizungen.
 - An ein rheumatisches Fieber muss man bei Kindern oder Jugendlichen denken, die hohes Fieber haben und über starke Gelenkschmerzen klagen. Vorangegangen ist eine eitrige Mandelentzündung. Da man diese heute in der Regel mit Antibiotika behandelt, ist das rheumatische Fieber sehr selten geworden.


Was rät die Großmutter? - Hausmittel und Verhaltenstipps
 - Bei entzündeten Gelenken sind kühlende Umschläge lindernd.
 - Kommt es wiederholt zu Schwellungen und Entzündungen der Gelenke, sollte zur weiteren Abklärung ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Bearbeitungsstand: 22.11.2011

Quellenangaben:
Thews, Mutschler, Vaupel, Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen, WVG, (2007), 5. Aufl. - Gruber, Christoph; Gruber Sarah, Pädiatrie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 2. Auflage - Wülker, Orthopädie und Unfallchirurgie, Thieme, (2009), 2. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Was ist das? - Definition
Chronisch-entzündliche Gelenkerkrankung unklarer Ursache, die selten auch innere Organe befällt.



Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
 - Gelenkrheumatismus
 - Rheumatoide Arthritis

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursache
Gelenke sind bewegliche Verbindungen zwischen den Knochen. Bewegungen von zwei Knochenenden gegeneinander wären sehr schmerzhaft, deshalb sind die Gelenkflächen mit einer Knorpelschicht überzogen. Zwischen den Gelenkflächen findet sich ein schmaler Gelenkspalt, der mit einer Flüssigkeit gefüllt ist, so dass sich die Knochen reibungsfrei bewegen können. Damit das Gelenk nicht auseinandergezogen wird, ist es von einer Gelenkkapsel überzogen. Die Innenhaut dieser Gelenkkapsel nennt man Synovia. Sie bildet Nährstoffe für den Gelenkknorpel, welcher keine eigenen Blutgefäße hat und sich deshalb bei Verletzungen nicht neu bilden kann. An manchen Gelenken, wie z.B. am Knie, findet man noch zusätzliche Bänder oder Knorpelscheiben.
Bei der primär chronischen Polyarthritis ist es zu einer Entzündung der Gelenkinnenhaut gekommen.
Die genaue Ursache ist unbekannt, doch man vermutet, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt. Bei Erkrankungen dieser Art bildet der Körper Abwehrstoffe, die sich gegen körpereigenes Gewebe richten.


Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Die chronische Polyarthritis ist die häufigste der entzündlichen Gelenkerkrankungen, befallen sind ca. 1-2% der Bevölkerung. Frauen sind 3-4mal häufiger betroffen. Die Erkrankung kann in jedem Lebensalter (sogar bei Säuglingen) auftreten, beginnt aber meist zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr.
Zu Beginn beklagen die Patienten oft Allgemeinsymptome wie generelle Abgeschlagenheit, Kraftlosigkeit, evtl. bemerken sie leichtes Fieber, vermehrte Schweißneigung oder ähnliches.
Die Gelenkveränderungen beginnen fast immer an der Hand: als typisches Frühsymptom tritt eine "Morgensteifigkeit" der Finger auf, die nach Minuten bis Stunden nachlässt. Man beobachtet meist an beiden Körperhälften, beide Hände oder beide Beine, auftretende Gelenkschwellungen besonders der Finger- und Handgelenke. Das hat den schmerzhaften Händedruck zur Folge: gibt man den Patienten die Hand, empfinden sie das als sehr unangenehm.
Die betroffenen Gelenke sind geschwollen, überwärmt und schmerzhaft.


Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Typisch ist ein schubweiser Krankheitsverlauf, das heißt ein Wechsel zwischen Zeiten ohne und mit Beschwerden. Die Arthritis schreitet langsam über Jahre fort. Nur in seltenen Fällen kommt es zur Ausheilung.
Die Gelenkentzündung führt zur vermehrten Bildung von Gelenkflüssigkeit. Daher die im Frühstadium typische Gelenkschwellung und schmerzhafte Gelenkkapselspannung. Als Reaktion auf diesen Entzündungsreiz fängt die Gelenkinnenhaut an zu wuchern. Sie wächst wie ein Keil in das Gelenk hinein. Die gewucherten Zellen bilden knorpel- und knochenzerstörende Stoffe. Im Endstadium steifen die Gelenke oft völlig ein. Wenn die Gelenke so zerstört sind, dass sie in einer falschen Gelenkstellung versteifen, erscheinen sie wie verkrüppelt. Zu Beginn sind nur wenige Gelenke befallen, doch mit fortschreitender Erkrankung entwickelt sich eine Polyarthritis, d.h. es kommt schubweise zum paarweisen Befall vieler großer und kleiner Gelenke.
Wenn auch selten, so können neben den Gelenken auch andere Organe befallen sein. Es kann beispielsweise zu Veränderungen an Herz, Lunge, Gefäßen, Nieren, Haut, Nerven oder Augen kommen.


Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Entzündungen einzelner Gelenke können verschiedene Ursachen haben, im Gegensatz zur chronischen Polyarthritis heilen die Entzündungen aber meist folgenlos ab:
 - Sie können im Rahmen einer Viruserkrankung auftreten.
 - Auch bei anderen chronischen Erkrankungen, besonders den chronischen Darmerkrankungen wie dem Morbus Crohn oder der Colitis ulcerosa, aber auch bei Hauterkrankungen wie der Schuppenflechte, kann es begleitend zu Gelenkreizungen kommen.
 - Beim Gichtanfall, einer Entzündung infolge von Harnsäurekristallen im Gelenk, ist typischerweise das Großzehengelenk befallen. Meist ist dem Gichtanfall ein Festessen mit viel Fleisch und Alkoholgenuss vorausgegangen, denn dies erhöht den Harnsäurespiegel im Blut und kann so einen Gichtanfall auslösen.
 - An ein rheumatisches Fieber muss man bei Kindern oder Jugendlichen denken, die hohes Fieber haben und über starke Gelenkschmerzen klagen. Vorangegangen ist eine eitrige Mandelentzündung. Da man diese heute in der Regel mit Antibiotika behandelt, ist das rheumatische Fieber sehr selten geworden.


Verhaltenstipps
 - Bei entzündeten Gelenken sind kühlende Umschläge lindernd.
 - Kommt es wiederholt zu Entzündungen besonders der Fingergelenke, sollte zum Ausschluss einer chronischen Polyarthritis ein Arzt aufgesucht werden.

Bearbeitungsstand: 22.11.2011

Quellenangaben:
Andreae, von Hayek, Weniger, Krankheitslehre für Altenpflege, Thieme, (2006) - Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Wülker, Orthopädie und Unfallchirurgie, Thieme, (2009), 2. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Was ist das? - Definition
Morbus Bechterew ist eine schmerzhafte, chronisch-entzündliche, rheumatische Erkrankung, die vor allem zu Veränderungen an der Wirbelsäule führt.



Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
 - Spondylitis ankylosans
 - Spondylarthritis ankylopoetica

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursache
Der Morbus Bechterew tritt meist bei jungen Männern auf. Das Haupterkrankungsalter liegt zwischen dem 16. und 40. Lebensjahr.
Die Ursache der Erkrankung ist unbekannt. Man vermutet aber genetische Faktoren, da ein gewisses Vererbungsrisiko vorliegt.
Unsere Wirbelsäule besteht aus Wirbelkörpern, die über kleine Gelenke beweglich miteinander verbunden sind. Am unteren Abschluss verbindet schließlich ein Gelenk die Lendenwirbelsäule mit dem Becken.
Beim Morbus Bechterew führt eine chronische Entzündung dieser Gelenke langfristig zu einer knöchernen Versteifung der Gelenke. Die gesamte Wirbelsäule versteift in der Folge in einer Beugehaltung.


Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
 - Im Anfangsstadium werden nächtliche Schmerzen in der Lendenwirbelsäule beschrieben, die eventuell in die Beine ausstrahlen. Die Schmerzen können so stark sein, dass die Betroffenen mitten in der Nacht aufstehen und herumlaufen, denn durch die Bewegung werden die Beschwerden gelindert.
 - Erschütterungen der Wirbelsäule (Husten oder Niesen) sind schmerzhaft.
 - Bei einem Drittel der Patienten greift die Entzündung auch auf andere Gelenke, z.B. Hüft-, Schulter oder Kniegelenk über.
 - Oft beklagen die Patienten Schmerzen im Bereich der Ferse. Ursache ist eine Reizung der Achillessehne.
 - Ähnlich wie bei der chronischen Polyarthritis können auch andere Organe entzündet sein. So kann es zu wiederkehrenden Entzündungen der Regenbogenhaut am Auge kommen. Innere Organe sind nur selten befallen.


Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
 - Die Erkrankung beginnt in der unteren Lendenwirbelsäule und schreitet die Wirbelsäule entlang nach oben fort.
 - Die Beweglichkeit der Wirbelsäule wird mit der Zeit immer eingeschränkter. Die Wirbelsäule verändert sich in einen knöchern durchwachsenen Stab, der keine feinerne Bewegung wie Streckung, Beugung, Neigung oder Drehung mehr zulässt. Manchmal bleibt nur eine geringe Beweglichkeit der Kopfgelenke bestehen.
 - In weit fortgeschrittenen Stadien besteht ein ausgeprägter Rundrücken.
 - Durch die Abnahme der Beweglichkeit des Brustkorbes (denn auch die Gelenke zwischen den Rippen und der Brustwirbelsäule versteifen) ist die Atmung eingeschränkt.
Der Morbus Bechterew ist nicht heilbar. Die Krankheit verläuft in Schüben, kann sich aber sehr unterschiedlich gestalten und in jedem Stadium zum Stillstand kommen.


Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Wie der Morbus Bechterew zählt auch die chronische Polyarthritis, oft auch rheumatoide Arthritis genannt, zu den chronisch-entzündlichen Rheumaerkrankungen. Im Gegensatz zum Morbus Bechterew sind hier weniger die Wirbelgelenke als vielmehr die kleinen Fingergelenke betroffen. Die entzündlichen Veränderungen treten meist an beiden Körperhälften gleichzeitig auf.
Auch bei der Osteoporose bildet sich mit der Zeit ein Rundrücken. Die Ursache liegt hier nicht in einer chronischen Entzündung, sondern es handelt es sich um eine Skeletterkrankung mit Verlust der Knochensubstanz. Betroffen sind meist Frauen, da die Abnahme der weiblichen Hormone in den Wechseljahren die Entstehung der Osteoporose fördert.


Verhaltenstipps
 - Junge Männer, die besonders nachts über Rückenschmerzen klagen, welche sich durch Bewegung bessern, sollten dies bei einem Arzt abklären lassen.
 - Um die Beweglichkeit der Wirbelsäule möglichst lange zu erhalten, ist eine konsequente Teilnahme an krankengymnastischen Übungen sehr wichtig.

Bearbeitungsstand: 22.11.2011

Quellenangaben:
Thews, Mutschler, Vaupel, Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen, WVG, (2007), 5. Aufl. - Andreae, von Hayek, Weniger, Krankheitslehre für Altenpflege, Thieme, (2006) - Wülker, Orthopädie und Unfallchirurgie, Thieme, (2009), 2. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Was ist das? - Definition
Lupus erythematodes ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des Immunsystems. Sie betrifft meist den ganzen Körper, vor allem aber die Haut, Gelenke und Nieren.



Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
 - Systemischer Lupus erythematodes (SLE)
 - Roter Wolf

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursachen
Die genauen Ursachen für das Auftreten der Erkrankung sind noch immer nicht geklärt. Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass sowohl eine Empfänglichkeit des Immunsystems als auch äußere Einflussfaktoren wie bestimmte Medikamente, Hormone, UV-Licht oder Retroviren eine Rolle spielen.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Die Erkrankung verläuft individuell verschieden. Bestimmte Symptome treten jedoch bei fast allen Patienten auf. Zu ihnen zählt ein roter, häufig schmetterlingsförmiger Ausschlag im Gesicht, der sich durch Sonneneinwstrahlung verstärkt. Nach seinem Abheilen können narbenähnliche Einziehungen entstehen, die dem Gesicht die Form eines Wolfsgesichtes verleihen (daher auch der Name "Roter Wolf"). Im Allgemeinen fühlen sich die Patienten müde, krank und abgeschlagen. Bei der Einwirkung von Kälte treten meist Durchblutungsstörungen der Fingerspitzen auf. Typisch sind außerdem Brustschmerzen, die von einer Rippen- oder Brustfellentzündung herrühren. Fast alle Betroffenen klagen über Schmerzen der Gelenke. In der Hälfte aller Fälle sind die Nieren mitbeteiligt.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Der genaue Verlauf der Krankheit ist nicht vorhersehbar. Prinzipiell handelt es sich um eine schwere Erkrankung, die noch nicht heilbar ist und sich in der Regel über Jahre erstreckt. Die Symptome zeigen sich schubweise, wobei ihr Ausmaß davon abhängt, wie stark einzelne Organe und das zentrale Nervensystem betroffen sind. Ist das zentrale Nervensystem beteiligt, kommt es vielfach zu Verwirrtheitszuständen, Psychosen, Depressionen, Zittern und Krampfanfällen. Besonders ungünstig für den Krankheitsverlauf ist die Beteiligung der Nieren, die zum Nierenversagen und zur Dialysepflichtigkeit führen kann.

Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Viele rheumatische Erkrankungen zeigen ein ähnliches Krankheitsbild. Die Diagnose sollte daher möglichst gemeinsam durch einen Rheumatologen und einen Dermatologen erstellt werden.

Was rät die Großmutter? - Hausmittel und Verhaltenstipps
Die Lebensqualität der Betroffenen lässt sich durch eine gesunde Lebensführung verbessern. Förderlich sind eine ausgewogene Ernährung und der Verzicht auf Alkohol. Obwohl die Patienten fast immer unter Gelenkschmerzen und Müdigkeit leiden, sollten sie mäßig Sport treiben oder sich zumindest viel im Alltag bewegen, um einer Gewichtszunahme und einem Kräfte- und Ausdauerverlust vorzubeugen. Da UV-Licht die Entzündungsprozesse verstärkt, ist Sonne zu meiden. Chronischer Stress wirkt direkt auf das Immunsystem und den Hormonhaushalt und sollte daher unbedingt vermieden werden.

Bearbeitungsstand: 26.04.2012

Quellenangaben:
Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage - Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Was ist das? - Definition
Das Asthma bronchiale ist einen Erkrankung der Lunge und der Atemwege. Sie ist gekennzeichnet durch eine anfallsartig auftretende Atemnot, ausgelöst durch eine Verengung der Atemwege.

Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
 - Bronchialasthma
 - Reversible obstruktive Ventilationsstörung

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursachen
Je nach auslösender Ursache unterscheidet man verschiedene Asthmaformen:
 - Bei Kindern und jungen Erwachsenen liegt häufig ein allergisch bedingtes Asthma vor. Das heißt, ein Asthmaanfall wird durch eine allergische Reaktion z.B. auf Pollen oder Tierhaare ausgelöst.
 - Ältere Patienten leiden eher unter nicht-allergischem Asthma. Es beginnt meist mit einem Atemwegsinfekt. Die Ursache der Asthmaanfälle ist unterschiedlich, ganz verschiedene Einflüsse können einen Anfall auslösen (Infekte, Anstrengungen, psychische Belastungen oder ähnliches).
In den kleinen Atemwegen der Betroffenen finden sich drei typische Veränderungen:
 - 1. Eine Verkrampfung der Muskeln in den kleinen Luftwegen, den Bronchien. Folge ist eine Verengung der Bronchien und somit eine Behinderung der Luftleitung. Betroffene beschreiben, sie hätten das Gefühl, dass sie gut einatmen, aber nur schwer wieder ausatmen können.
 - 2. Die schleimproduzierenden Zellen in den Bronchien bilden beim Asthmatiker einen sehr zähen Schleim. Dieser engt die Öffnung der Bronchien noch weiter ein.
 - 3. Die Bronchialschleimhaut zeigt eine Überempfindlichkeit. Das bedeutet, dass verschiedene Reize (Allergene, Infektionen, körperliche Belastung etc.) zu einer Entzündungsreaktion in der Bronchialschleimhaut führen. Folge sind Schleimhautschwellungen und somit eine zusätzliche Einengung der Atemwege.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Asthmaanfälle treten plötzlich auf und dauern Minuten bis Stunden. Typisch sind folgende Beschwerden:
 - Das klassische Symptom ist die Atemnot. Diese kann sich bis zur Todesangst steigern. Der Betroffene wirkt unruhig und klagt über Herzrasen. Besteht durch die Einengung der Atemwege ein Sauerstoffmangel im Blut, ist dies an der bläulichen Hautverfärbung zu erkennen. Um die Atemnot zu lindern, atmet er im Sitzen, wodurch die so genannte Atemhilfsmuskulatur (Brust- und Bauchmuskeln) eingesetzt wird.
 - Häufig besteht Husten mit zähem Schleim.
 - In den verengten Atemwegen bildet die eingeschlossene Luft Wirbel. Diese Luftverwirbelungen sind als Pfeif- und Brummtöne über der Lunge zu hören.
 - Asthma kann sich allerdings auch durch einen trockenen Reizhusten äußern. Meist handelt es sich dabei um leichtere Erkrankungsformen.
Außer bei schwerem, chronischem Asthma ist der Patient zwischen den Anfällen völlig beschwerdefrei.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Gefürchtet ist besonders der Status asthmaticus. Hierunter versteht man einen lang anhaltenden, schweren Asthmaanfall, der mit den üblichen Medikamenten nicht zu beeinflussen ist und zum Tode führen kann.
Infolge der Einengung der kleinen Atemwege bleibt die Luft sozusagen in der Lunge "gefangen", es kommt daher zur kurzfristigen Überblähung der Lunge. Beim schweren Asthma wiederholen sich diese Überblähungen über Jahre hinweg in kurzen Abständen. Es kann dadurch zur Zerstörung der Lungenbläschen, den allerkleinsten Luftwegen, kommen. Folge ist eine dauerhafte Lungenüberblähung, das so genannte Lungenemphysem.
Ein Lungenemphysem wiederum führt zur Erhöhung des Blutdrucks im Lungenkreislauf. Der rechte Herzanteil pumpt das Blut in die Lunge. Um den dort erhöhten Blutdruck zu überwinden bilden sich im rechten Herzen vermehrt Muskeln. Besteht die übermäßige Belastung des Herzens über einen längeren Zeitraum, kommt es zur Schädigung dieses Herzanteils, Fachleute sprechen von einer Rechtsherzinsuffizienz.
Die Überblähung der Lunge erschwert den Sauerstoffaustausch in der Lunge. Folge ist eine Unterversorgung des Körpers mit Sauerstoff. Der Betroffene leidet ständig an Atemnot und benötigt eine Sauerstoffflasche.
Eine dauerhafte Schädigung der Lunge und des Herzens ist beim Asthma allerdings insgesamt seltener zu beobachten als bei der chronischen Bronchitis.
Den günstigsten Verlauf hat das allergisch bedingte Asthma, besonders bei Kindern heilt es im Laufe der Jahre aus.

Was kann noch dahinter stecken? - Mögliche Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Ein schweres, lang bestehendes Asthma kann in eine chronisch obstruktive Bronchitis übergehen. Dies ist daran zu erkennen, dass die Atemnot nicht nur anfallsweise, sondern immer besteht, da die Atemwege ständig verengt sind. Tritt die Atemnot nicht nur anfallsweise auf, sondern besteht sie immer, da die Atemwege ständig verengt sind, handelt es sich um eine chronisch obstruktive Bronchitis. Ein schweres, lange bestehendes Asthma kann in eine solche auch übergehen.
Auch bei einer schweren Herzschädigung kann es infolge einer Stauung des Blutes in der Lunge zu besonders nachts auftretenden asthma-ähnlichen Beschwerden kommen. Es handelt sich dabei aber nicht um ein bronchiales, sondern um ein kardiales Asthma.

Verhaltenstipps
 - Um die Lunge nicht zusätzlich zu schädigen sollte ein Asthmatiker nicht rauchen und verrauchte Räume (z.B. Kneipen) meiden.
 - Generell ist natürlich eine Vermeidung der asthma-auslösenden Ursachen ratsam.
 - Beim Asthmaanfall sollte der Betroffene eine sitzende Haltung einnehmen und die Arme bei der Atmung aufstützen um die Atemhilfsmuskulatur einzusetzen.
 - Die so genannte Lippenbremse erleichtert die Ausatmung: hier wird mit leicht geschlossenen Lippen ausgeatmet. Dadurch werden die Atemwege länger offengehalten.
 - Das Öffnen der Fenster wird im Anfall häufig als hilfreich empfunden, da die kühle, evtl. auch feuchte Luft die Schleimhautschwellung vermindert.
 - Wird durch diese Maßnahmen und die Einnahme der üblichen Medikamente (meist Inhalationssprays) keine Besserung erreicht, muss sofort ein Arzt alarmiert werden.

Bearbeitungsstand: 23.07.2012

Quellenangaben:
Thews, Mutschler, Vaupel, Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen, WVG, (2007), 5. Aufl. - Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Was ist das? - Definition
Bronchiektasen sind nicht rückbildungsfähige Aussackungen der Bronchienwände. Es ist somit eine Erkrankung der luftleitenden Wege, denn die Bronchien leiten die Luft in die Lungenbläschen, in denen der Sauerstoff ins Blut übergeht.

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursache
In seltenen Fällen sind Bronchiektasen angeboren. Meist aber sind sie Folge einer schweren oder chronisch verlaufenden Lungenerkrankung. Die häufigste Ursache ist die chronisch obstruktive Bronchitis. Aber auch Mukoviszidose oder schwere Lungenentzündungen im Zusammenhang mit Masern oder Keuchhusten können zu Bronchiektasen führen.
Bei den genannten Erkrankungen kommt es zu einer Störung des Reinigungsmechanismus in der Lunge. Folge ist eine Ansammlung von Schleim in den Atemwegen. Dieser Schleim ist ein guter Nährboden für eingeatmete Bakterien oder Viren, deshalb leiden die Betroffenen oft an Lungeninfekten. In diesen kleinen, oft chronischen Entzündungsherden werden Stoffe freigesetzt, welche die Bronchialwände angreifen und mit der Zeit zerstören. Deshalb kommt es zu dauerhaften Erweiterungen einzelner oder mehrerer Bronchien.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Große Mengen eitrig, süßlich riechenden Auswurfs ist bei Bronchiektasen typisch. Besonders morgens entleert sich aus den Erweiterungen der Bronchien das Sputum, deshalb spricht man auch von "morgendlicher Maulfülle".
Die Betroffenen sind meist den ganzen Tag über durch chronischen Husten mit mehr oder weniger Auswurf gequält.
Bei einer zusätzlichen Einengung der Luftwege durch Schleim, kommt noch Atemnot bei Anstrengung oder, in schweren Fällen, auch in Ruhe hinzu.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Wiederkehrende Infekte der Lungen durch den aufgestauten Schleim machen eine häufige Therapie mit Antibiotika nötig.
In seltenen Fällen können sich Bakterien aus der Lunge lösen und mit dem Blutstrom in das Gehirn gelangen. Dort führen sie zu einer Eiteransammlung im Gehirn, einem Hirnabszess.
Da die Entzündungsvorgänge in der Lunge auch die Blutgefäße angreifen, ist das Sekret bei Bronchiektasen oft blutig. Sind große Blutgefäße angegriffen, besteht die Gefahr einer massiven Lungenblutung.
Sind die Bronchiektasen sehr ausgeprägt und die Lungenwege deshalb stark eingeengt, hat dies einen verminderten Sauerstofftransport in der Lunge zur Folge. Ein chronischer Sauerstoffmangel ist häufig nur durch die ständige Zufuhr von Sauerstoff zu bessern.
Auch wenn die Ursache dafür nicht genau bekannt ist, kann es zu einem erhöhten Blutdruck in der Lunge kommen. Der rechte Herzanteil pumpt das Blut in die Lunge. Um den dort erhöhten Blutdruck zu überwinden bilden sich daher im rechten Herzen vermehrt Muskeln. Besteht die übermäßige Belastung des Herzens über einen längeren Zeitraum, kommt es zur Schädigung dieses Herzanteils, Fachleute sprechen von einer Rechtsherzinsuffizienz.
Bronchiektasen sind nicht heilbar. Sind sie auf einzelne Lungenabschnitte beschränkt, können diese operativ entfernt werden. Ist die ganze Lunge betroffen, muss sogar eine Lungentransplantation erwogen werden.

Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Auch bei einer chronisch obstruktiven Bronchitis klagen die Betroffenen über Husten mit Auswurf und Atemnot. Erhöht sich die Menge des Auswurfs besonders in den Morgenstunden, kann es zur Ausbildung von Bronchiektasen gekommen sein.
Beim Lungenemphysem handelt es sich um eine Überblähung der Lungenbläschen, der kleinsten Luftwege. Die Betroffenen bemerken eine zunehmende Atemnot bei Belastung, klagen aber weniger über Husten und Auswurf.
Werden bei Kindern Bronchiektasen festgestellt, sollte eine Mukoviszidose ausgeschlossen werden.

Verhaltenstipps
 - Wie bei allen chronischen Lungenerkrankungen gilt es auch hier zusätzliche schädigende Einflüsse zu vermeiden. Deshalb sollten Betroffene nicht rauchen oder sich Zigarettenrauch aussetzen (z.B. in Kneipen).
 - Um eine vollständige Entfernung des Sekrets zu ermöglichen, ist besonders morgendliches Abhusten sehr wichtig. Am besten gelingt dies, wenn der Betroffene mit dem Kopf nach unten gelagert wird und man durch Abklopfen der Lunge die Schleimlockerung fördert.
 - Die Schleimlösung lässt sich durch regelmäßige Inhalationen (z.B. mit Kamille) und Trinken warmen Tees verbessern.
 - Kommt es zu Fieber oder anderen Entzündungszeichen, z.B. einer Verschlechterung der Atmung, muss ein Arzt aufgesucht werden, denn dies sind Zeichen einer zusätzlichen Entzündung der Lunge. Sie müssen bei einer chronischen Lungenerkrankung frühzeitig behandelt werden.
 - Damit es nicht im Rahmen anderer Infektionen zu einer Lungenentzündung kommt, sollten betroffene Kinder alle Kinderschutzimpfungen erhalten. Erwachsenen wird zur regelmäßigen Impfung gegen Grippe und Pneumokokken geraten.

Bearbeitungsstand: 27.07.2012

Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Was ist das? - Definition
Die Bronchiolitis ist eine Entzündung der kleinen Atemwege (Bronchiolen), den kleinsten Verzweigungen der Luftwege in der Lunge.
Es handelt sich um eine Erkrankung des Kindesalters. Sie tritt meist in den ersten beiden Lebensjahren auf und ist besonders bei Säuglingen eine schwere und gefährliche Erkrankung.

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursache
Verursacht wird diese Erkrankung durch einen Virus. Die Entzündung setzt sich in den kleinen Atemwegen fest und führt hier zu einer Verengung der Bronchiolen.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Bronchiolitiden treten gehäuft in den kühleren Jahreszeiten, von Herbst bis Frühjahr auf. Meist kommt es im Anschluss an eine harmlose Erkältung plötzlich zu Fieber, einer starken Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens mit heftigen Hustenattacken und einer teils ausgeprägten Atemnot.
Die Kinder atmen infolge der Atemnot sehr schnell. Durch die Verengung der kleinen Atemwege ist die Atmung erschwert, in ausgeprägten Fällen kann man das so genannte "Nasenflügeln", (die Nasenflügel stellen sich bei der Einatmung nach außen auf), und "Einziehungen" erkennen, d.h. bei der Einatmung wird die Haut zwischen den Rippen nach innen gezogen.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Unter entsprechender ärztlicher Betreuung heilt die Bronchiolitis fast immer folgenlos aus. Bei Zeichen der Atemnot werden die Kinder zur genaueren Überwachung ins Krankenhaus eingewiesen, denn dann ist die Gabe von Sauerstoff nötig.
Nach schweren Bronchiolitiden kann eine teils Monate bis Jahre anhaltende Überempfindlichkeit der Atemwege bestehen bleiben. D.h., schon leichte Infekte, Anstrengung, Zigarettenrauch oder ähnliches führen zu erschwerter Atmung ähnlich einem Asthmaanfall.
Eine überstandene Bronchiolitis führt nicht zur Immunität, das heißt ein Kind kann mehrmals daran erkranken.

Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Die häufigste Ursache für Atemnot im Kindesalter ist die obstruktive Bronchitis. Hier ist es im Rahmen einer Viruserkrankung zur Verengung der Bronchien gekommen. Die Symptome sind ganz ähnlich wie bei der Bronchiolitis, doch sind die Kinder meist nicht so schwer krank.
Wenn die Kinder hoch fiebern und stark husten, die Atemnot aber nicht so ausgeprägt ist, kann eine Lungenentzündung dahinter stecken, die der Arzt ausschließen sollte.
Plötzliche Atemnot kann auch durch einen Fremdkörper (z.B. Erdnuss) verursacht sein, der in die Lunge gelangt ist.
Kommt es häufiger zu Atemnotanfällen, muss an ein Asthma bronchiale gedacht werden. Hier sind die Anfälle aber nicht durch Viren sondern meist durch allergische Reaktionen, z.B. Pollenflug bei Heuschnupfen, ausgelöst.
Eine eher seltene Krankheit, an die bei häufigen Infektionen der Lunge auch gedacht werden muss, ist die Mukoviszidose.

Was rät die Großmutter? - Hausmittel und Verhaltenstipps
 - Zigarettenrauch ist für Kinder sehr schädlich, deshalb sollte generell in Anwesenheit von Kindern nicht geraucht werden, auf keinen Fall aber, wenn diese Kinder eine Lungenerkrankung haben!
 - Die Bronchiolitis bedarf immer ärztlicher Betreuung, unterstützend wirkt die Anfeuchtung der Atemluft (z.B. feuchte Stoffwindel über Heizung).

Bearbeitungsstand: 23.11.2011

Quellenangaben:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Gruber, Christoph; Gruber Sarah, Pädiatrie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 2. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Was ist das? - Definition
Spricht ein Fachmann von Bronchitis meint er Husten mit Auswurf. Für eine chronische Bronchitis müssen die Symptome länger bestehen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat festgelegt, dass jemand in einem Jahr mindestens drei Monate hintereinander Husten und Auswurf haben muss und das zwei Jahre hintereinander, damit der Arzt eine chronische Bronchitis diagnostizieren kann.

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursache
Die meisten Patienten mit einer chronischen Bronchitis sind Raucher oder ehemalige Raucher, denn Zigarettenrauch gilt als die häufigste Ursache. Viel seltener führen häufige Atemwegsinfekte oder Berufsgifte (z.B. Mehlstaub beim Bäcker) zur Ausbildung einer chronischen Bronchitis.
Doch auch Menschen, die weder rauchen, noch beruflich mit Umweltgiften zu tun haben, können erkranken. Hier ist die genaue Ursache der Lungenschädigung nicht bekannt.
Bei Betroffenen können in der Lunge drei Besonderheiten gefunden werden:
 - In den Atemwegen sitzen mehr schleimproduzierende Zellen, als bei Nicht-Betroffenen. Die Zellen sondern große Mengen zähen Schleims ab. Dies führt zu einer Störung der Reinigungsmechanismen in der Lunge. Denn die in Richtung Mund schlagenden Flimmerhärchen auf der Atemwegsschleimhaut haben Schwierigkeiten, den zähen Schleim abzutransportieren.
 - Die Muskelschicht in den kleinen Atemwegen, den Bronchien, ist verdickt. Wenn sich diese Muskeln verkrampfen, kommt es zu Atemnot, da die Luft nicht mehr ungehindert in die Lunge eindringen kann.
 - Es besteht häufig eine Überempfindlichkeit der Atemwegsschleimhaut gegenüber bestimmten Einflüssen (z.B. körperliche Belastung). Folge ist ein Anschwellen der Schleimhaut, wodurch die Bronchien ebenfalls eingeengt werden.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Typisch sind Husten und besonders morgendlicher Auswurf (man spricht auch vom "Raucherhusten").
Bei Fortschreiten der Erkrankung kommt es zu Atemnot bei Belastung, verschlechtert sich die Lunge, tritt diese sogar in Ruhe, d.h. ohne körperliche Anstrengung auf.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Durch den Schleim, der sich in der Lunge staut, kommt es immer wieder zu Entzündungen der Luftwege.
Infolge der chronischen Entzündung kann es im Bereich der Bronchien zu einer Zerstörung der Bronchienwand und damit zu Aussackungen der Bronchien kommen, den so genannten Bronchiektasen.
In diesen Aussackungen sammelt sich Schleim und führt besonders morgens zum Abhusten von großen Mengen übelriechenden Sekrets.
Ist es zu einer Zerstörung der Lungenbläschen, den allerkleinsten Luftwegen, gekommen, bildet sich eine Lungenüberblähung, das sogenannte Lungenemphysem.
Ein Lungenemphysem wiederum führt zur Erhöhung des Blutdrucks im Lungenkreislauf. Der rechte Herzanteil pumpt das Blut in die Lunge. Um den dort erhöhten Blutdruck zu überwinden bilden sich im rechten Herzen vermehrt Muskeln. Besteht die übermäßige Belastung des Herzens über einen längeren Zeitraum, kommt es zur Schädigung dieses Herzanteils, man spricht von einer Rechtsherzinsuffizienz.
Aussackungen und Überblähung der Lunge erschweren den Sauerstoffaustausch in der Lunge. Folge ist eine Unterversorgung des Körpers mit Sauerstoff. Der Betroffene leidet ständig an Atemnot und benötigt eine Sauerstoffflasche.
Ist die Atemnot das vorherrschende Symptom, so handelt es sich bereits um eine chronisch obstruktive Bronchitis, das heißt, die Atemwege sind ständig verengt. Bei dieser Form der chronischen Bronchitis kommt es noch häufiger zu den oben erwähnten Komplikationen

Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Ein Raucher, der unter ständigem Husten leidet, sollte seine Lunge röntgen lassen, denn dies kann auch ein Hinweis auf weitere Erkrankungen sein.
Auch bei Asthma kommt es häufig zu Husten und Auswurf. Während bei der chronischen Bronchitis die Atemnot ein fast ständiger Begleiter ist, tritt beim Asthma die Atemnot dagegen nur gelegentlich auf.

Verhaltenstipps
 - Um die Lunge nicht noch weiter zu schädigen ist es dringend nötig, das Rauchen aufzugeben.
 - Die Schleimlösung lässt sich durch regelmäßige Inhalationen (z.B. mit Kamille) und Trinken warmer Tees verbessern.
 - Wird der ursprünglich weißliche Auswurf plötzlich gelb-grünlich, oder kommt es zur Verschlechterung der Atmung muss der Arzt aufgesucht werden, denn dies sind Zeichen einer zusätzlichen Entzündung der Lunge. Sie müssen bei einer chronischen Lungenerkrankung frühzeitig behandelt werden.

Bearbeitungsstand: 23.07.2012

Quellenangaben:
Thews, Mutschler, Vaupel, Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen, WVG, (2007), 5. Aufl. - Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Was ist das? - Definition
Das Lungenemphysem ist eine Krankheit, bei der die Wände zahlreicher Lungenbläschen zerstört werden. Die Lungenbläschen, oder Alveolen, sind der wichtigste Teil der Lunge, denn hier wird der Sauerstoff ins Blut abgegeben. Durch die zerstörte Bläschenstruktur kommt es insgesamt zu einer Überblähung der Lunge, die sich nicht mehr zurückbilden kann.

Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
 - Blählunge

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursachen
Der mit Abstand wichtigste Auslöser des Lungenemphysems ist das Rauchen. Bei der Inhalation von Tabakrauch werden in der Lunge kleine Entzündungen ausgelöst. Dies führt zur Freisetzung von Stoffen, welche eine Zerstörung des Lungengewebes bewirken. In einer gesunden Lunge werden diese Stoffe durch andere unschädlich gemacht. Bei einer chronischen Lungenschädigung aber sind die schützenden Stoffe gehemmt. Die Trennwände zwischen den Lungenbläschen reißen dadurch ein und die schwammartige Struktur der Lunge vergröbert sich, d.h. aus vielen kleinen Lungenbläschen werden wenige große Blasen. Somit bleibt nach der Ausatmung vermehrt Luft in der Lunge, Folge ist eine Lungenüberblähung.
Im Alter (über 60 Jahre) haben auch Nichtraucher immer ein leichtes Lungenemphysem, das jedoch meist keine Symptome verursacht.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Insgesamt ähneln die Beschwerden denen einer chronischen Bronchitis:
 - Leitsymptom des Lungenemphysems ist die zunehmende Luftnot bei körperlicher Belastung. In schweren Fällen klagen die Betroffenen bereits in Ruhe über Atemnot.
 - Durch die Lungenüberblähung kommt es zu einer Waagrechtstellung der Rippen, der Brustkorb nimmt die Form eines Fasses an, weshalb Fachleute auch von einem Fassthorax sprechen. Atem- und Brustkorbbewegungen sind kaum noch erkennbar.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Schreitet das Lungenemphysem fort, steht auf Grund der Zerstörung der Lungenbläschen immer weniger Fläche zur Verfügung, über die Sauerstoff ins Blut abgegeben werden kann. Folge ist ein chronischer Sauerstoffmangel. Dies ist an einer Blaufärbung der Haut und an ständiger Atemnot zu erkennen. Nicht selten ist hier zur Besserung die Versorgung mit einer Sauerstoffflasche nötig.
Nicht nur die Lungenbläschen, auch die kleinen Blutgefäße in der Lunge werden zerstört. Folge ist eine Erhöhung des Blutdrucks im Lungenkreislauf. Der rechte Herzanteil pumpt das Blut in die Lunge. Um den dort erhöhten Blutdruck zu überwinden bilden sich im rechten Herzen vermehrt Muskeln. Besteht die übermäßige Belastung des Herzens über einen längeren Zeitraum, kommt es zur Schädigung dieses Herzanteils, Fachleute sprechen von einer Rechtsherzinsuffizienz.
Platzt eine der Emphysemblasen, so gelangt Luft in den Spalt zwischen Lungen- und Rippenfell, dem Pleuraraum. Hier herrscht normalerweise ein Unterdruck, der zur Entfaltung der Lunge nötig ist. Durch die eindringende Luft wird der Unterdruck aufgehoben und die entsprechende Lungenhälfte schnurrt in sich zusammen.
Auf Grund der Stauung des Lungensekrets in der überblähten Lunge kommt es zu häufigen Infekten in den Luftwegen.

Verhaltenstipps
 - Das Lungenemphysem ist nicht heilbar. Daher ist es wichtig, ein Fortschreiten der Lungenveränderungen zu verhindern. Dies kann nur durch ein absolutes Rauchverbot erreicht werden.
 - Die so genannte Lippenbremse erleichtert die Ausatmung: hier wird mit leicht geschlossenen Lippen ausgeatmet. Dadurch werden die Atemwege länger offengehalten.
 - Bei einer raschen Zunahme der Atemnot oder Zeichen eines Atemwegsinfektes sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden, nicht selten ist die Gabe eines Antibiotikums nötig.

Bearbeitungsstand: 27.07.2012

Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Was ist das? - Definition
Die Lungenentzündung ist die häufigste zum Tode führende Infektionskrankheit in den Industrieländern. Sie wird meist durch Bakterien, seltener durch Viren, Pilze oder zum Beispiel Verschlucken von Nahrung verursacht.

Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
 - Pneumonie

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursache
Die Erreger der Lungenentzündung können auf verschiedene Wege in die Lunge gelangen:
 - Im Mund- und Rachenraum finden sich bei allen Menschen verschiedene Bakterien. Sind, beispielsweise wegen schlechter Mundhygiene oder Eiterherde im Mund- oder Rachenraum, viele Bakterien vorhanden, können diese in die Lunge gelangen und eine Lungenentzündung auslösen.
 - Bei bettlägerigen oder sehr alten Menschen funktioniert manchmal der Hustenreflex nicht richtig. Sie verschlucken sich beim Essen und Nahrung gelangt in die Lunge. Auch dies kann zu einer Lungenentzündung führen.
 - Unsere Luftwege sind mit feinen Flimmerhärchen bedeckt. Diese bewegen eine dünne Schleimschicht, auf der sich kleine Unreinheiten in der Atemluft sammeln können. Ähnlich einer Rolltreppe transportieren die Flimmerhärchen die Schleimschicht und somit auch die Verschmutzungen von der Lunge weg in Richtung Kehlkopf, wo sie geschluckt werden. Sind diese Flimmerhärchen in ihrer Funktion eingeschränkt (z.B. bei Rauchern) oder wird zu viel zäher Schleim produziert (z.B. bei der chronischen Bronchitis), ist der Reinigungsmechanismus gestört und Erreger können sich in der Lunge festsetzen.
 - Besonders beim Husten verteilt ein Erkrankter die Erreger in seiner Umgebung. Werden sie von anderen eingeatmet, kann eine Lungenentzündung entstehen.
 - In seltenen Fällen wandert der Erreger aus anderen Entzündungsherden im Körper über die Blutbahnen in die Lunge.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Besonders gefährdet an einer Lungenentzündung zu erkranken sind ältere oder schwer kranke Menschen, da deren Abwehrsystem geschwächt ist oder die Lunge nicht richtig belüftet ist (z.B. wegen einer flachen Atmung bei Bettlägerigkeit). Innerhalb weniger Stunden entwickelt sich ein schweres Krankheitsbild mit folgenden Beschwerden:
 - Hohes Fieber mit Schüttelfrost.
 - Husten mit gelblich-eitrigem oder, durch Blutbeimischungen, rostbraunem Auswurf.
 - Ist es zu einer Mitentzündung des Rippenfells gekommen (einer Pleuritis), so bestehen Schmerzen beim Atmen.
 - In Folge der Entzündung ist der Sauerstoffaustausch in der Lunge erschwert. Deshalb besteht oft eine Atemnot. Der Betroffene atmet sehr schnell, denn er versucht den Sauerstoffmangel im Blut durch vermehrte Atmung auszugleichen.
 - Bei massivem Sauerstoffmangel kommt es zu einer bläulich-roten Verfärbung von Haut und Schleimhäuten. Besonders gut zu erkennen ist dies an den Lippen und den äußersten Körperteilen (Finger-, Zehen- oder Nasenspitze).

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Bei sonst Gesunden heilt eine Lungenentzündung in den meisten Fällen problemlos aus. Besteht allerdings eine Herzschwäche oder ist der Betroffene insgesamt geschwächt oder krank, kann eine Lungenentzündung gefährlich werden:
 - Durch die entzündlichen Veränderungen des Lungengewebes wird der Blutfluss in der Lunge stark behindert. Dies führt zu einem Aufstau in den Lungengefäßen und somit zur Erhöhung des Blutdrucks in der Lunge. Gegen diesen hohen Blutdruck muss die rechte Herzhälfte, welche das Blut in die Lunge pumpt, ankämpfen. Besonders bei Menschen mit schon bestehender Herzschwäche kann dies zur Verschlechterung der Herzleistung führen.
 - Bei zunehmendem Sauerstoffmangel und Atemnot droht ein Lungenversagen. In schweren Fällen ist deshalb eine künstliche Beatmung nötig.
 - Es kann zu Eiteransammlungen im Lungengewebe, einem so genannten Lungenabszess kommen.
 - Sammelt sich Eiter zwischen Lungen- und Rippenfell infolge der Rippenfellentzündung ist die Lungenbewegung zusätzlich eingeschränkt. Dies verstärkt die Atemnot.
 - Bei langer Bettlägerigkeit oder starkem Flüssigkeitsverlust, z.B. bei hohem Fieber, kommt es zur Verlangsamung des Blutflusses in den Venen. Es kann sich ein Blutgerinnsel bilden, eine Thrombose.
 - Treten die Erreger in die Blutbahn über, entwickelt sich eine Blutvergiftung, die so genannte Sepsis.

Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Ähnliche Beschwerden finden sich bei einer Lungentuberkulose. Auch ein Lungentumor kann Symptome einer Lungenentzündung verursachen.

Verhaltenstipps
Schon bei Verdacht auf eine Lungenentzündung ist ein Arzt zu Rate zu ziehen, denn eine frühzeitige Antibiotika-Gabe ist wichtig.
Unterstützend wirken verschiedene Allgemeinmaßnahmen:
 - Die Atemluft sollte angefeuchtet werden (z.B. feuchtes Tuch über die Heizung) um die Schmerzen bei der Atmung zu lindern und die Schleimlösung zu fördern.
 - Eine erhöhte Lagerung des Oberkörpers erleichtert die Atmung.
Wichtig ist die ausreichende Flüssigkeitszufuhr (besonders warme Tees, aber auch Fruchtsäfte oder ähnliches), besonders bei hohem Fieber, denn pro 1347 C Temperaturerhöhung verliert der Körper ca. 1 Liter Flüssigkeit.
 - Lungeneinreibungen, z.B. mit Franzbranntwein verbessern die Belüftung der gesunden Lungenabschnitte und unterstützen das Abhusten.
 - Fieber lässt sich durch Wadenwickel senken: Tuch mit kaltem Wasser befeuchten und um die Wade wickeln, darüber ein trockenes Tuch legen. Die Wickel sollten alle 5-10 Minuten erneuert werden.


Bearbeitungsstand: 27.07.2012

Quellenangaben:
Gerlach, Wagner, Wirth, Innere Medizin für Pflegeberufe, Thieme, (2006), 5. Aufl. - Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Was ist das? - Definition
Ein allergischer Schnupfen ist eine Überreaktion der Immunabwehr in der Nasenschleimhaut auf eine bestimmte körperfremde, eigentlich harmlose Substanz. Das Symptom kommt bei 15 - 20 % der Bevölkerung vor und ist damit eine der häufigsten Krankheiten überhaupt.

Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
 - Heuschnupfen
 - Pollinosis
 - Allergische Rhinitis

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursachen
Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem übertrieben auf eine an sich völlig harmlose Substanz: Aus noch nicht genau erforschten Gründen produziert es nach dem Erstkontakt mit einem bestimmten, körperfremden Stoff massenhaft Abwehrstoffe, so genannte Antikörper. Diese Antikörper verankern sich auf speziellen Mastzellen. Dringt die Substanz erneut in die Schleimhaut ein, veranlassen die Antikörper die Mastzellen innerhalb von 30 Minuten dazu, sich zu öffnen. 4 - 12 Stunden später strömen entzündungsauslösende Botenstoffe heraus, die schließlich intaktes Gewebe zerstören und die typischen Symptome hervorrufen. Der Erstkontakt hat hier also eine Allergisierung ausgelöst; die körperfremde, harmlose Substanz ist zum Allergen geworden. Bei dem saisonalabhängigen allergischen Schnupfen sind es die Pollen von Gräser- oder Baumblüten, die die Nase jucken lassen, bei dem ganzjährig auftretenden allergischen Schnupfen, der Hausstauballergene aus dem Kot der Hausstaubmilben, Schimmelpilzsporen, Matratzenfüllstoffe, Bettfedern, Zimmerpflanzen, Tierhaare, aber auch Nahrungsmittelbestandteile im Fisch, Erdbeeren, in Nüssen, Eiern und Milch. Viele Bäcker und Müller reagieren empfindlich auf das Berufsallergen Mehl, Schreiner auf Inhaltsstoffe exotischer Hölzer, medizinisches Personal auf Latex-Handschuhe und Friseure auf Haare oder Schuppen. Bakterien oder Viren können ebenfalls als Allergene wirken.
Die Neigung zur Allergie wird oft vererbt.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Ein allergischer Schnupfen zeichnet sich durch Juckreiz und Kribbeln in der Nase und im Rachen, selten im äußeren Gehörgang aus. Die Augen tränen; die Patienten können nur schlecht atmen und riechen wenig, manchmal überhaupt nichts mehr. Sie müssen heftig und ständig niesen. Ihre Schleimhaut ist während der akuten Phase hochrot und sondert viel wässriges oder glasiges Sekret ab; später trocknet sie aus. Die Nasenmuscheln schwellen an. In schweren Fällen macht sich eine Leistungsminderung und Abgeschlagenheit, unter Umständen auch Arbeitsunfähigkeit breit. Normalerweise verläuft ein allergischer Schnupfen ohne Fieber. Manche Patienten bekommen zusätzlich Juckreiz im Mund und Rachen, Aphthen (Bläschen im Mundraum), Magen-Darm-Beschwerden oder Ausschläge. Nach einigen Wochen ist der akute Schub meistens vorbei.
Bei einem allergischen Schnupfen, der von der Jahreszeit unabhängig auftritt, gesellen sich zu den Symptomen noch Heiserkeit und Schnarchen hinzu. Hier steht die behinderte Nasenatmung im Vordergrund. Nicht selten bilden sich Polypen aus.
Einen saisonalen allergischen Schnupfen ereilt die betroffenen Patienten zwischen Februar und September, wenn die Pollen fliegen. Ein nichtsaisonaler allergischer Schnupfen schlägt dagegen das ganze Jahr über zu, solange der Kontakt zum Allergen besteht.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Interessanterweise gehen die allergischen Beschwerden im Alter oftmals allmählich zurück.
Ein dauerhafter allergischer Schnupfen kann zu Husten, chronischer Bronchitis und Asthma bronchiale (Pollenasthma) führen. Fachleute sprechen dann vom Etagenwechsel. Ein Pollenasthma zeichnet sich dadurch aus, dass die Patienten nur in Zeiten, in denen sie in Kontakt mit dem Allergen stehen, unter dem typischen Husten, Giemen, Pfeifen und einer verlängerten Ausatmung leiden.
In der Folge bezieht das Leiden die Nasennebenhöhlen mit ein; häufig gesellen sich zusätzlich ein gestörter Druckausgleich zwischen innerem und äußerem Ohr oder ein Erguss im inneren Ohr zum Krankheitsbild. Viele Allergiker werden öfter von Infekten heimgesucht.
Eine besonders gefährliche Begleiterscheinung ist der allergische Schock: Gelangt das Allergen auf Umwegen ins Blut, setzt der Organismus gefäßaktive Botenstoffe frei, die dann den Blutdruck lebensbedrohlich abfallen lassen.
Es ereignen sich Kreuzreaktionen mit pflanzlichen Lebensmitteln. Das heißt, jemand, der etwa eine Allergie auf Pollen hat, kann auch auf manche Lebensmittel allergisch reagieren. So entwickeln zum Beispiel Patienten, die sensibel auf Hasel-, Birken- oder andere Pollen reagieren, beim Genuss von Nüssen (Walnüsse, Mandeln) oder Steinobst (Äpfel, Pfirsiche, Aprikosen) einen unangenehmen Juckreiz im Mund und Rachen, Schwellungen und Aphthen (Bläschen im Mundraum), selten Erbrechen und Koliken. Bei einer Beifußempfindlichkeit besteht häufig eine Kreuzreaktion mit Sellerie, Karotten, Kamille und Gewürzen wie Anis, Dill, Koriander. Fachleute sprechen hier vom Beifuß-Sellerie-Syndrom mit den Hauptsymptomen Nesselsucht (Bildung von kleinen Quaddeln) und Schwellungen vor allem im Gesicht.

Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Heuschnupfenähnliche Symptome treten auch bei einer Allergie auf Schmerzmittel auf. Sie kann auch durch Wein oder Lebensmittel, die so genannte Salicylate enthalten, ausgelöst werden.
Nicht verwechselt werden darf der allergische Schnupfen mit dem Fließschnupfen.

Was rät die Großmutter? - Hausmittel und Verhaltenstipps
Am besten ist es, das Allergen, das einem das Leben schwer macht, zu meiden. Menschen, die an einer Allergie gegen Tierhaare leiden, sollten ihr Haustier abgeben. Bei einer Nahrungsmittelallergie sollte man das entsprechende Lebensmittel meiden
Falls möglich sollten sich Betroffene während der Gräserblüte in pollenarmer Umgebung oder milbenarmer Region aufhalten, beispielsweise im Hochgebirge oder auf einer Nordseeinsel. Für Autofahrer empfehlen sich im Fahrzeug Pollenfilter, die allerdings regelmäßig ausgetauscht werden sollten.
Die Milbendichte in der Wohnung lässt sich durch geeignete Maßnahmen reduzieren wie spezielle Matrazenüberzüge und Bettwäsche, Staubsauger mit Spezialfilter und dem Verzicht auf Teppiche. Die Raumtemperatur sollte niedrig, die Luftfeuchtigkeit dagegen hoch sein.

Bearbeitungsstand: 21.11.2011

Quellenangaben:
Mutschler, Arzneimittelwirkungen, Wiss.Verl.-Ges., (2008), Aufl. 9 - Nagel, Gürkov, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Elsevier (Urban & Fischer), (2009), 2. Auflage

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Was ist das? - Definition
Das Quincke-Ödem ist eine massive Gesichtsschwellung infolge einer allergischen Reaktion.



Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
 - Angioödem
 - angioneurotisches Ödem

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursache
Unser Immunsystem kann normalerweise zwischen harmlosen Stoffen, z.B. Nahrungsmitteln, und gefährlichen Stoffen, wie Fremdkörpern oder Krankheitserregern unterscheiden. Bei manchen Menschen aber liegt eine Überempfindlichkeitsreaktion vor. Das heißt, auch ungefährliche Stoffe werden für Fremdkörper gehalten und lösen eine übertriebene Immunreaktion aus, es kommt zu einer Allergie.
Die Allergie auslösenden Stoffe nennt man Allergene. Bei einem ersten Kontakt mit diesen Allergenen kommt es zu keiner allergischen Reaktion, doch der Körper bildet Antikörper (Abwehrstoffe) und langlebige, so genannte Gedächtniszellen gegen das Allergen. Bei einem erneuten Kontakt kommt es deshalb zu einer allergischen Reaktion. Die meisten allergischen Reaktionen zeigen sich auf der Haut. In der Regel kommt es zu einer Hautrötung mit Juckreiz.


Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Das Quincke-Ödem tritt selten und meist im Rahmen einer Nesselsucht auf. Die Nesselsucht ist eine sehr häufige Hauterkrankung, man schätzt, dass sie bei etwa 20% der Bevölkerung mindestens einmal auftritt. Die Ursache ist meist unklar, sehr häufige Auslöser sind Nahrungsmittelzusatzstoffe wie Konservierungsmittel, Farbstoffe oder Geschmacksverstärker. Aber auch ganz andere Dinge wie lokale Kälte, Druck auf die Haut oder Sonne können eine Nesselsucht auslösen. Infolge der allergischen Reaktion bilden sich unterschiedlich große Hautquaddeln (ähnlich denen nach einem Brennnesselkontakt), die stark jucken.
Beim Quincke-Ödem ist die Quaddelbildung extrem verstärkt, denn als Folge der allergischen Reaktion kommt es innerhalb von Minuten zur massiven Schwellung des Gesichts, die Betroffenen sind teils deutlich entstellt. Die Haut steht infolge der Schwellung unter starker Spannung, was als recht unangenehm empfunden wird. Der begleitende Juckreiz ist meist nicht sehr ausgeprägt.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Nach entsprechender Therapie bildet sich das Quincke-Ödem innerhalb weniger Tage vollständig zurück.
Gefürchtet ist ein Anschwellen von Rachen- und Kehlkopf, denn dann besteht Erstickungsgefahr.

Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Extrem selten, in Deutschland sind 500 Fälle bekannt, kann das Quincke-Ödem auch spontan, das heißt unabhängig von einer allergischen Reaktion auftreten. Hier schwillt die Gesichtshaut ohne erkennbare Ursache an.

Was rät die Großmutter? - Hausmittel und Verhaltenstipps
 - Bei bekannter Allergie sollten die entsprechenden Auslöser vermieden werden.
 - Kommt es z.B. nach einem Insektenstich zu einer allergischen Reaktion mit Schwellungen im Gesicht, muss sofort der Arzt gerufen werden um eine Mitbeteiligung der Kehlkopfschleimhaut auszuschließen und zu verhindern.

Bearbeitungsstand: 27.07.2012

Quellenangaben:
Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage - Nagel, Gürkov, Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Elsevier (Urban & Fischer), (2009), 2. Auflage - S. Andreae et al., Gesundheits- und Krankheitslehre für die Altenpflege, Thieme, (2011), 3. Aufl.

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Was ist das? - Definition
Es handelt sich um eine vorwiegend im Kindesalter auftretende, stark juckende chronische Hauterkrankung.

Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
 - Atopische Dermatitis
 - Endogenes Ekzem

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursache
Die genaue Ursache dieser Hauterkrankung ist nicht bekannt. Man vermutet, dass es sich um eine durch viele Einflüsse ausgelöste Erkrankung handelt. Bei manchen Kindern ist die Neurodermitis eine Art allergische Reaktion auf verschiedene Einflüsse, so wird in einigen Fällen eine Reaktion auf verschiedene Lebensmittel beschrieben. Nicht selten leiden die Kinder auch unter anderen allergischen Erkrankungen, zum Beispiel einem allergischen Asthma oder Heuschnupfen.
Kinder von Allergikern sind vermehrt gefährdet an Neurodermitis zu erkranken. Doch auch andere Einflüsse wie hohe Luftfeuchtigkeit, Staub oder psychisch belastende Situationen für das Kind können die Krankheit zum Ausbruch bringen.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Die Frühform der Neurodermitis ist der so genannte "Milchschorf" im Säuglingsalter: vom dritten Lebensmonat an werden nässende, später verkrustende Hautrötungen, besonders im Gesicht und am behaarten Kopf bemerkt. Die Haut juckt stark, worunter die Kinder oft sehr leiden.
Mit zunehmendem Alter verlagert sich der Hautbefall: Im Schulalter ist eine stark juckende Hautrötung im Bereich der großen Gelenkbeugen typisch. Zum Beispiel in der Knie- oder Ellenbogenbeuge. Die Haut ist trocken, schuppig und kann kaum Wasser speichern.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Die Neurodermitis verläuft in Schüben. Manchmal sind die Kinder monatelang fast komplett beschwerdefrei, bis es plötzlich zu einem "Aufflammen" der befallenen Hautstellen kommt.
Auf Grund des starken Juckreizes kratzen die Kinder die betroffenen Hautstellen oft auf. Die aufgekratzte Haut kann sich durch Bakterien, Viren oder Pilze entzünden.
Die Neurodermitis kann in jedem Stadium von selbst ausheilen. Generell nimmt die Intensität bis zur Pubertät ab, im Erwachsenenalter ist diese Form der Hautentzündung eher selten.
Kinder, die im Kleinkindalter eine Neurodermitis hatten, erkranken später nicht selten an anderen allergischen Erkrankungen wie z.B. dem Heuschnupfen.

Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Durch direkten Kontakt mit reizenden Stoffen können viele allergische Hautreaktionen ausgelöst werden. Im Kleinkindesalter ist die Windeldermatitis eine der häufigsten. Bei den Erwachsenen können Nickel, Arzneimittel oder berufstypische Stoffe zu allergischen Hautreizungen führen. Doch im Gegensatz zur Neurodermitis sind diese nicht auf die Gelenkbeugen beschränkt.
Auch bei der Schuppenflechte, der Fachausdruck lautet Psoriasis, ist die Haut an verschiedenen Körperstellen schuppig und gerötet. Doch diese Stellen befinden sich meist an den Streckseiten der Gelenke und jucken nicht.

Verhaltenstipps
 - Die Inhaltsstoffe der Muttermilch haben einen schützenden Einfluss auf allergische Erkrankungen. Deshalb rät man besonders bei bekannten Allergien in der Familie das Neugeborene für mindestens 6 Monate zu stillen.
 - Bei starkem Juckreiz wirken Ölbäder lindernd. Sie sollten nicht länger als 10 Minuten dauern um die Haut nicht zu stark zu belasten. Hinterher nicht abtrocknen, sondern den Ölfilm trocknen lassen.
 - Bei manchen Kindern verschlimmert sich die Haut nach bestimmten Nahrungsmitteln. In einem solchen Falle sollte man zusammen mit dem Arzt versuchen, die entsprechenden Nahrungsmittel herauszufinden um zu besprechen, wie man diese am besten vermeidet.
 - Um Kontaktallergien zu vermeiden sollten die Kinder nur Kleider aus ungefärbter, reiner Baumwolle tragen. Auch beim Waschen muss auf sämtliche Zusatzstoffe in den Seifen verzichtet werden.
 - Ferien an der Nordsee oder im Hochgebirge sind günstig, ebenso Sport im Freien.

Bearbeitungsstand: 22.11.2011

Quellenangaben:
Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage - Gruber, Christoph; Gruber Sarah, Pädiatrie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 2. Auflage

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Was ist das? - Definition
Ekzem ist ein Sammelbegriff für entzündliche, meist stark juckende Hautveränderungen unterschiedlicher Ursache.



Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
 - Juckflechte

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursache
Ekzeme zählen zu den weltweit häufigsten Entzündungen der Haut. Sie können akut oder chronisch verlaufen. Es gibt vielfältige Ursachen, die so einen Hautausschlag auslösen, aber auch einige ganz charakterische Ekzemformen, wie:
 - Das Kontaktekzem: Es wird ausgelöst durch Hautkontakt mit verschiedenen Substanzen, z.B. Nickel, Putzmitteln oder Kosmetika.
 - Das Austrocknungsekzem, sehr häufig bei älteren Menschen: Im Alter trocknet die Haut auf Grund der verminderten Talgproduktion aus. Bei übermäßiger Anwendung von Seifen oder anderen Reinigungsmitteln wird die Haut zusätzlich gereizt. Auf Dauer führt dies zu ekzematösen Hautveränderungen mit Juckreiz.
 - Das so genannte seborrhoische Ekzem: Infolge einer Pilzinfektion in Hautbereichen mit vielen Schweißdrüsen kommt es zu dieser Ekzemform. Typisch sind Hautrötungen und Juckreiz an Hautstellen mit einer erhöhten Schweißneigung.
 - Das endogene Ekzem, oder besser bekannt unter der chronischen Hauterkrankung Neurodermitis: Typisch ist eine juckende Hautrötung im Bereich der Gelenkbeugen. Die Neurodermitis verläuft meist schubförmig, man vermutet als Ursache eine allergische Reaktion auf verschiedenste Einflüsse, z.B. bestimmte Lebensmittel.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
An der betroffenen Hautstelle bildet sich eine Rötung, die immer mehr oder weniger stark juckt. Zusätzlich kann es zur Bläschenbildung oder zur Hautschwellung kommen.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Wenn ein Ekzem über Wochen besteht und häufigen Reizen wie Kratzen oder Reiben ausgesetzt ist, kommt es im Laufe der Zeit zu einer Verdickung und Vergröberung der Haut. Typisch sind auch Hauteinrisse oder eine Schuppung der Haut.
Gefürchtet ist jedoch die so genannte "bakterielle Superinfektion". Im Bereich der gereizten Haut kann es zu kleinen Hautwunden kommen, durch die Bakterien eindringen können. Folge ist eine massive Rötung der Haut, nicht selten bilden sich Eiterpusteln.

Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Juckreiz mit einem Hautausschlag oder Hautrötung ist besonders bei entzündlich bedingten Hauterkrankungen ein häufiges Symptom. Zwei Beispiele dafür lassen sich jedoch ziemlich eindeutig von einem eher unspezifischen Ekzem abgrenzen:
 - Eine Pilzinfektion der Haut: Bei ihr finden sich meist kreisförmige, gerötete, stark juckende Hautveränderungen.
 - Die Krätze: Sie ist eine durch Krätzmilben ausgelöste Hautreizung. Die weiblichen Milben graben Gänge in der obersten Hautschicht, in welche sie ihre Eier ablegen. Folge ist ein sehr starker Juckreiz. Nach Tagen bis Wochen kommt es zusätzlich zu ekzemartigen Hautveränderungen im Bereich der Milbengänge.

Was rät die Großmutter? - Hausmittel und Verhaltenstipps
 - Zum Schutz der Haut vor Austrocknung sollte man zum Waschen nur rückfettende oder hautschonende Waschsubstanzen verwenden. Nach dem Waschen sollte die Haut am besten mit einer guten Creme eingefettet werden.
 - Um die Gefahr einer Infektion mit Bakterien zu verhindern darf man im Bereich der betroffenen Stellen nicht zu sehr kratzen oder reiben
 - Ist die Ursache eines Kontaktekzems bekannt, sollte man diese Substanzen meiden.

Bearbeitungsstand: 27.07.2012

Quellenangaben:
Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage - Mehrle, Augenheilkunde, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 8.Auflage

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Was ist das? - Definition
Entzündung des Bindegewebes mit Verhärtung der Haut und der inneren Organe.



Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
 - Systemische Sklerodermie
 - Progressive systemische Sklerodermie
 - Systemsklerose
 - Akrosklerose


Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursache
Bei der Systemische Sklerose handelt es sich um eine sehr seltene Erkrankung. Betroffen sind meist 40- bis 60jährige Frauen.
Aus noch ungeklärter Ursache kommt es zu einer Vermehrung des Kollagens, eines Grundbestandteils des Bindegewebes. Folge ist eine Verhärtung der Haut und der betroffenen inneren Organe.


Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Nicht selten gehen den typischen Symptomen unklare Müdigkeit, Kopfschmerzen, leichtes Fieber und Gelenkbeschwerden voraus.
Ein typisches Frühsymptom ist das Raynaud-Syndrom. Bei Stress und Kälte verfärben sich die Finger weiß um anschließend überschießend rot zu werden.
Die Verhärtung der Haut zeigt sich meist zuerst an den Händen. Die Finger werden zunehmend dünner (Madonnenfinger), die Beweglichkeit ist eingeschränkt. Greift die Bindegewebsvermehrung auf die übrige Haut über, fühlen sich die Betroffenen wie in einem Panzer.
Die Mimik ist vermindert, der Mund verkleinert, er kann nur noch wenig geöffnet werden, man spricht von einem Tabaksbeutelmund.
Je nach Befall der inneren Organe kommt es zu unterschiedlichen Beschwerden:
 - Sehr häufig befallen ist die Speiseröhre. Sie ist in ihrer Beweglichkeit vermindert, Folge sind unter anderem Schluckbeschwerden und Sodbrennen.
 - Bei Mitbefall des Darmes kommt es zu Verdauungsproblemen.
 - Die Schleimhäute sind sehr trocken, man nennt dies Sjögren-Syndrom
 - Eine Bindegewebsvermehrung in der Lunge führt zur Lungenfibrose. Folge sind Atemnot bei Belastung
 - Ist das Herz befallen nimmt die Herzleistung ab, weil die Herzmuskelkraft vermindert ist.
Generell entwickelt sich die Symptomatik meist sehr langsam und schmerzfrei.


Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Die Erkrankung ist nicht heilbar. Sie verläuft allerdings sehr unterschiedlich, kann sogar von selbst zum Stillstand kommen.
Komplikationen können besonders bei Herz- und Lungenbefall auftreten.


Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Gelenkbeschwerden und Veränderungen an den Händen finden sich bei vielen rheumatischen Erkrankungen, abzugrenzen von der Sklerodermie ist besonders der Lupus erythematodes.


Bearbeitungsstand: 05.12.2011

Quellenangaben:
Thews, Mutschler, Vaupel, Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen, WVG, (2007), 5. Aufl. - Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage - Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Was ist das? - Definition
Als Krebs bezeichnet man bösartige Zellwucherungen, die sich ungehemmt vermehren und Absiedlungen in anderen Organen bilden.
Krebs ist bei uns nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache. Jeder vierte Mensch stirbt an den Folgen eines bösartigen Tumors. Die drei häufigsten Tumorarten sind: Lungen-, Brust- und Darmkrebs. Die Häufigkeit bösartiger Erkrankungen nimmt mit dem Alter zu.



Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
 - Karzinom (zusammen mit dem jeweils betroffenen Organ)
 - Onkologie (eigentlich die Lehre von den Krebskrankheiten)

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursache
Unsere Zellen haben eine Art Lebenszyklus, in dem sich Phasen der Zellteilung mit Ruhephasen abwechseln. Dabei ist genau geregelt, wann sich die Zelle zu teilen und wann sie zu ruhen hat. Tumorzellen sind entartete Zellen, die sich nicht nach diesem Zyklus richten, sondern sich unkontrolliert ständig teilen und somit immer wachsen.
Wieso gelegentlich Zellen entarten und zu Tumorzellen werden ist nicht bekannt. Es lässt sich aber feststellen, dass bestimmte Einflüsse das Risiko, an Krebs zu erkranken erhöhen:
 - Rauchen gilt als der bedeutendste Risikofaktor. Es ist z.B. erwiesen, dass 90 % aller Lungenkrebserkrankungen auf das Rauchen zurückzuführen sind.
 - Ein hoher Alkoholkonsum führt, besonders in Kombination mit dem Rauchen, zu einem erhöhten Krebsrisiko.
 - Falsche Ernährung spielt vermutlich eine Rolle. Man hat festgestellt, dass fettarme, ballaststoffreiche Nahrung ein wesentlich niedrigeres Krebsrisiko beinhaltet, als fettreiche, ballaststoffarme Kost.
 - An bestimmten bösartigen Erkrankungen sind Viren beteiligt. So gilt z.B. das Hepatitis B-Virus als eine der Ursachen für das Leberzellkarzinom.
 - Bei vielen Krebserkrankung lässt sich eine gewisse familiäre Häufung beobachten. Die Beobachtung ist ein Hinweis darauf, dass ein erhöhtes Risiko für bestimmte Krebsarten vererbt werden kann.
 - Vieles spricht dafür, dass Krebs letztlich ein immunologisches Problem darstellt. So findet man bei Patienten mit einer Störung des Immunsystems (z.B. AIDS) häufiger Krebserkrankungen. Ansteckend sind bösartige Tumoren aber nicht.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Es gibt keine Symptome oder Laboruntersuchungen, die einen bösartigen Tumor beweisen. Krebs kann meist nur durch die feingewebliche Untersuchung wirklich nachgewiesen werden. Dazu ist die Gewinnung einer Gewebeprobe erforderlich.
Die im Zusammenhang mit einer Tumorkrankheit beobachteten Symptome sind vorwiegend allgemeiner Art und oft Zeichen eines fortgeschrittenen Tumorstadiums:
 - Sehr häufig bemerken die Betroffenen, dass sie ohne erklärbare Ursache sehr rasch an Gewicht abnehmen.
 - Plötzlicher Leistungsabfall, generelle Müdigkeit und Abgeschlagenheit können Hinweis auf eine Krebserkrankung sein.
 - Oft schmecken bestimmte Speisen, besonders Fleisch plötzlich nicht mehr.
 - Schmerzen treten meist erst bei sehr weit fortgeschrittener Krebserkrankung auf.
Neben diesen allgemeinen Veränderungen kann es aber auch lokal zu Veränderungen und Auffälligkeiten kommen. Hier einige Beispiele:
 - Tastbare Knoten oder Verhärtungen in der Brust können erste Symptome eines Brustkrebs sein.
 - Eine plötzliche Änderung des Stuhlverhaltens, das heißt Wechsel von Durchfall und Verstopfung, kann ein Hinweis auf Darmkrebs sein.
 - Veränderung eines Muttermals oder einer Warze ist eventuell ein Zeichen für Hautkrebs.
 - Hält besonders bei Rauchern ein Husten länger als vier Wochen an, könnte Lungenkrebs dahinter stecken.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Eine Krebserkrankung kann zur Zerstörung des befallenen Organs führen, häufiger aber kommt es zur Metastasenbildung. Unter Metastasierung versteht man die Einnistung verstreuter Tumorzellen oder Zellverbände in anderen Organen, die sich dort vermehren und erneut zu streuen beginnen. Der Tumor kann direkt in die umliegenden Organe einwachsen und über die Lymphbahnen zu Lymphknotenmetastasen führen. Am meisten gefürchtet jedoch sind Metastasen, die sich über die Blutbahnen im ganzen Körper verteilen und in fast allen Organen des Körpers Absiedlungen des Tumors bilden.
Der Verlauf einer Krebserkrankung ist ganz entscheidend vom Ausbreitungsgrad des Tumors bei der Entdeckung, aber auch vom Alter und Allgemeinzustand des Betroffenen abhängig. Dank wirksamer Therapien kommt eine Krebserkrankung aber keineswegs immer einem Todesurteil gleich.
Von einer "endgültigen" Heilung kann bei den meisten bösartigen Tumoren ausgegangen werden, wenn 10 Jahre lang keine erneuten Tumorzellen und keine Metastasen gefunden wurden.

Verhaltenstipps
Gesunde Lebensführung und die Vermeidung von Risikofaktoren sind eine Möglichkeit, die Gefahr einer Krebserkrankung zu verringern. Einen absoluten Schutz erreicht man dadurch allerdings nicht. Hier einige Richtlinien, um das Krebsrisiko zu mindern:
 - Nicht Rauchen.
 - Geringer Alkoholkonsum.
 - Täglicher Genuss von frischem Obst, Gemüse und Vollkornprodukten.
 - Vermeidung fettreicher Nahrungsmittel.
 - Vermeidung von Übergewicht, denn manche Tumore, z.B. Gebärmutterkrebs treten bei Übergewicht gehäuft auf.
 - Regelmäßige Bewegung.
 - Vermeidung übermäßiger Sonneneinstrahlung und Sonnenbrände, denn dies erhöht die Gefahr von Hautkrebs.
 - Beim Bemerken verdächtiger Symptome sofort einen Arzt aufsuchen.
 - Einmal jährlich zur Krebsvorsorge.
Auch nach einer Tumortherapie bedarf jeder Patient einer speziellen Weiterbehandlung und Betreuung. Das Ziel der regelmäßigen Nachuntersuchungen ist die rechtzeitige Erkennung eines erneuten Tumorwachstums. Daher sollten die vom Arzt empfohlenen Kontrolltermine unbedingt eingehalten werden.

Bearbeitungsstand: 26.07.2012

Quellenangaben:
Mutschler, Arzneimittelwirkungen, Wiss.Verl.-Ges., (2008), Aufl. 9 - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011) - S. Andreae et al., Gesundheits- und Krankheitslehre für die Altenpflege, Thieme, (2011), 3. Aufl.

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Was ist das? - Definition
Seltene Autoimmunerkrankung mit gestörter Übertragung von Nervensignalen auf die Muskulatur.



Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
 -Myasthenia gravis pseudoparalytica
 -Erb-Goldflam-Krankheit
 -Hoppe-Goldflam-Krankheit

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursache
Mit 4 Fällen auf 100 000 Menschen ist die Erkrankung selten. Der Haupterkrankungsgipfel liegt bei ca. 30 Jahren, Frauen sind häufiger betroffen. Bei der Myasthenia gravis ist die Signalübertragung von einem Nerven auf Muskeln gestört. Sie erfolgt durch den Überträgerstoff Acetylcholin. Dieser wird am Nervenende freigesetzt, setzt sich auf die Rezeptoren am Muskel und bewirkt dort, dass der Muskel sich zusammenzieht, also bewegt. Im Blut der Erkrankten finden sich Autoantikörper, welche die Rezeptoren für den Überträgerstoff an der Muskelzelle blockieren. Acetylcholin kann daher nicht wirken, es findet keine Muskelbewegung statt.
Die Ursache der Erkrankung ist unklar. Man vermutet einen Zusammenhang mit der Thymusdrüse, einem Organ, welches sich im Erwachsenenalter normalerweise vollständig zurückbildet. Bei vielen der an Mysthenia gravis Erkrankten aber ist diese Drüse noch ungewöhnlich groß oder entartet. Eine operative Entfernung des Thymus führt oft zur Besserung der Symptome.


Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Infekte, psychische Belastung, Schlafmangel, verschiedene Medikamente können die Erkrankung auslösen oder verschlimmern.
Die Beschwerden zeigen sich meist erst im Tagesverlauf oder bei starker Müdigkeit. Typisch sind Doppelbilder und herabhängende Augenlider. Zusätzlich können Schluck-, Kaubeschwerden oder eine verwaschene Aussprache auffallen. Die Gesichtsmimik ist oft ausdruckslos und schlaff. Im Allgemeinen bessern sich die Beschwerden nach einer Ruhephase.


Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
In schweren Fällen ist die gesamte Muskulatur betroffen. Folge sind beispielsweise Stürze oder häufiges Stolpern, verminderte Kraft in Armen und Beinen. Ist die Atemmuskulatur betroffen, kommt es zu Atemnot.
Myasthenia gravis ist nicht heilbar, medikamentös aber gut einstellbar. Meist ist ein ganz normales Leben möglich. Die Lebenserwartung ist nicht verkürzt.


Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Auch bei der Multiplen Sklerose kommt es zu Lähmungserscheinungen. Doch diese halten in der Regel einige Wochen an um sich dann spontan zu bessern.


Verhaltenstipps
 - Muskelschwäche ohne erkennbare Ursache sollte beim Arzt abgeklärt werden.

Bearbeitungsstand: 26.07.2012

Quellenangaben:
Thieme, Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, (2006) - Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Was ist das? - Definition
In Schüben oder chronisch verlaufende Entmarkungskrankheit von Gehirn und Rückenmark.



Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
 -Encephalomyelitis disseminata
 -disseminierte Sklerose
 -Polysklerose

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursache
Die Multiple Sklerose tritt in einer Häufigkeit von 50-100 Fällen auf 100.00 Menschen auf. Frauen sind deutlich häufiger betroffen, die Erkrankung beginnt meist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr.
Die genaue Krankheitsursache ist nicht bekannt, man vermutet, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt, bei der es zu einer Abwehrreaktion gegen körpereigenes Gewebe kommt. Diese könnte durch eine vor der Pubertät erworbene Virusinfektion ausgelöst sein, welche aber erst Jahre später zum Ausbruch der Multiplen Sklerose führt.
Doch auch genetische und Umwelteinflüsse scheinen eine Rolle zu spielen. So kann man eine familiäre Häufung von Erkrankungsfällen beobachten. Für Umwelteinflüsse (z.B. Virusinfekte) spricht die Tatsache, dass die Erkrankungshäufigkeit mit steigender Entfernung vom Äquator zunimmt. Beispielsweise ist die Erkrankungsrate in Schweden höher als in Marokko.


Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Zur schnelleren Reizweiterleitung sind unsere Nerven größtenteils mit so genannten Markscheiden umhüllt, ähnlich einem Isolierband. Im Rahmen einer Multiplen Sklerose kommt es zu wiederkehrenden Entzündungen dieser Markscheiden. Da diese Entzündungen an ganz verschiedenen Stellen des zentralen Nervensystems auftreten, kommt es zu einem vielfältigen Bild von neurologischen Ausfällen. Man spricht deshalb auch von der "Erkrankung mit den 1000 Gesichtern".
Zumeist beginnt die Erkrankung mit einer Entzündung des Sehnervens, die Betroffenen bemerken Sehstörungen und beklagen Schmerzen bei den Augenbewegungen.
Im weiteren Verlauf kann es zu Sensibilitätsstörungen, Gleichgewichtsstörungen, Muskellähmungen, Blasen- und Darmstörungen oder ähnlichem kommen.


Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
In der Regel verläuft die Erkrankung in Schüben, das heißt meist ausgelöst durch Stress, Fieber oder Infektionen kommt es zu neurologischen Ausfällen. Diese bilden sich innerhalb weniger Wochen vollständig zurück. Mit wiederkehrenden Schüben bleiben aber Restsymptome zurück, denn es kommt im Rahmen der Entzündungen zu einem bindegewebigen Umbau der Markscheiden. Es können dann keine Nervenimpulse mehr weitergeleitet werden und die Lähmungen bleiben erhalten.
Besonders bei Älteren kann die Krankheit chronisch schleichend verlaufen. Hier kommt es ohne Schübe zu einer langsamen, in Ausnahmen auch zu einer sehr raschen Verschlechterung.


Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Bei Lähmungen unklarer Ursache sollte immer eine bösartige Erkrankung ausgeschlossen werden. Auch im Rahmen einer chronischen Borreliose kann es zu neurologischen Ausfällen kommen.


Verhaltenstipps
 -neurologische Störungen egal welcher Art müssen abgeklärt werden!

Bearbeitungsstand: 15.08.2011

Quellenangaben:
Thieme, Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, (2006) - S. Andreae et al., Gesundheits- und Krankheitslehre für die Altenpflege, Thieme, (2011), 3. Aufl. - W.F. Haupt et al., Krankheitslehre Neurologie und Psychiatrie für Krankenpflege, Thieme, (2009), 10. Auflage

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Was ist das? - Definition
Tuberkulose ist, eine meist in der Lunge lokalisierte, bakterielle Infektionskrankheit. Sie kann aber auch jedes andere Organ befallen.

Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
 - Schwindsucht
 - Morbus Koch

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursache
Die Erreger der Tuberkulose sind Tuberkelbakterien. Es handelt sich um eine Sorte von Bakterien, die gegen Umwelteinflüsse wie Hitze, Kälte, Feuchtigkeit etc. sehr unempfindlich sind. Die Ansteckung erfolgt meist über die Einatmung der Bakterien, die durch einen Kranken mit "offener Tuberkulose" abgehustet werden. Von "offener Tuberkulose" spricht man, wenn im Auswurf Tuberkelbakterien nachgewiesen werden können.
In Europa ist die Zahl der Erkrankten in den Nachkriegsjahren deutlich zurückgegangen. In den Entwicklungsländern ist die Tuberkulose dagegen eine der häufigsten Todesursachen (schlechte Hygiene, unzureichende medizinische Versorgung). Die Tuberkulose wird weltweit als die am häufigsten zum Tode führende Infektionskrankheit angesehen.
Die Erkrankung betrifft besonders:
 - Sozial Benachteiligte, die ungenügend ernährt sind und in engen Wohnverhältnissen leben.
 - Suchtkranke und Obdachlose
 - Personen, die im Zuge einer Zuwanderung zu uns kommen, und in deren Ländern die Tuberkulose noch oft vorkommt (z.B. Spätaussiedler).
 - Menschen mit einer Abwehrschwäche, entweder durch eine Krankheit (z.B. AIDS), oder durch eine Therapie (z.B. Chemotherapie bei Krebs) bedingt.
 - Alte Menschen, bei denen durch Abwehrschwäche eine früher durchgemachte Tuberkulose wieder aktiv wird.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Die Tuberkulose wird auch als "Chamäleon der Medizin" bezeichnet, weil sie ganz unterschiedliche Symptome hervorrufen kann, je nachdem welches Organ befallen ist (z.B. Bauchschmerzen bei Darmtuberkulose). An eine Lungentuberkulose sollte man bei folgenden Krankheitszeichen denken:
 - Chronischer Husten, eventuell mit blutigem Auswurf
 - Leichtes Fieber
 - Nachtschweißigkeit, rasche Ermüdbarkeit, eingeschränkte Leistungsfähigkeit, Gewichtsverlust mit Appetitlosigkeit.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Der Verlauf einer Tuberkulose wird in drei Stadien eingeteilt:
 - 1. Stadium: Nur bei 5-10 Prozent der angesteckten Personen kommt es direkt nach der Infektion zum Ausbruch einer Tuberkulose. Meistens bildet sich statt dessen ein kleiner (erbs- bis haselnussgroßer) Infektionsherd in der Lunge und in den zugehörigen Lymphknoten. Dieser Herd wird der Primärkomplex genannt. Durch Streuung der Bakterien über die Blutbahn kann es auch zur Ansiedlung von Bakterien in anderen Organen kommen, wo sie sich ebenfalls abkapseln ohne Beschwerden zu machen. Bei einem funktionierenden Immunsystem heilt die Krankheit in diesem Stadium unter Bildung eines verkapselten Lungen- oder Organherdes folgenlos aus. So abgeschirmt können die Tuberkelbakterien aber auch jahrelang unbemerkt überleben und später zur Tuberkulose führen.
 - 2. Stadium: Heilt die Tuberkulose nach Erstkontakt nicht aus, kommt es zur Streuung der Tuberkelbakterien über die Blutbahn. Es bilden sich in fast allen Organen kleine (stecknadelkopfgroße) Infektionsherde. Man nennt dies Miliartuberkulose. Die Folge sind schwere Entzündungen, besonders in der Lunge oder den Hirnhäuten.
 - 3. Stadium: Jahre nach der Erstinfektion kann es im Rahmen einer allgemeinen Schwächung des Immunsystems zum Aufbrechen der Lungenherde mit Freisetzung der Tuberkelbakterien kommen. Dies führt in dem betroffenen Organ (meist Lunge) zur Tuberkulose (z.B. offene Tuberkulose bei Lungenbefall). Deshalb bricht eine Tuberkulose oft erst im Alter aus, obwohl die Ansteckung schon Jahre oder gar Jahrzehnte zurückliegt.

Was kann sonst noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Die Beschwerden einer Lungentuberkulose können denen einer Lungenentzündung ähneln.
Gewichtsverlust ohne erkennbare Ursache verbunden mit einer plötzlich eingeschränkten Leistungsfähigkeit oder bei chronischem Husten können aber auch Hinweise auf Lungenkrebs sei.

Verhaltenstipps
 - Es gibt eine Impfung gegen Tuberkulose. Früher wurden alle Neugeborenen geimpft, heute nur noch Menschen, die ein erhöhtes Erkrankungsrisiko haben.
 - Treten die genannten Beschwerden bei Menschen mit einem erhöhten Tuberkuloserisiko auf, sollte immer ein Arzt hinzugezogen werden, denn Tuberkulose ist heute durch eine mehrmonatige Therapie mit einer Kombination aus verschiedenen Antibiotika heilbar.
 - Angehörige von Tuberkuloseerkrankten müssen sich vom Hausarzt untersuchen lassen, um eine Ansteckung sofort behandeln zu können.

Bearbeitungsstand: 27.07.2012

Quellenangaben:
Herold, Innere Medizin, Herold, (2011) - S. Andreae et al., Gesundheits- und Krankheitslehre für die Altenpflege, Thieme, (2011), 3. Aufl.

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Was ist das? - Definition
Unter Colitis ulcerosa versteht man eine chronische Entzündung der Dickdarmschleimhaut. Die Ursache dafür ist ungeklärt.



Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursache
Die Colitis ulcerosa ist eine recht seltene Erkrankung. Der Erkrankungsgipfel liegt zwischen dem 20. und 40., sowie dem 60. und 70. Lebensjahr.
Die Krankheitsursache ist unklar, man vermutet immunologische, psychische und genetische Einflüsse.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Die Erkrankung verläuft schubweise. Im Schub kommt es 10-20 mal pro Tag zu schleimig-blutigen Durchfällen, nicht selten verbunden mit krampfartigen Bauchschmerzen.
Da auf Grund der chronischen Darmentzündung die Nährstoffe aus der Nahrung nicht vollständig aufgenommen werden können, verlieren die Betroffenen an Gewicht und es stellen sich Mangelerscheinungen ein.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Im Gegensatz zum Morbus Crohn ist die Colitis ulcerosa eine reine Dickdarmerkrankung. Die Ausdehnung der Erkrankung ist unterschiedlich. Es kann der gesamte Dickdarm oder nur einzelne Abschnitte befallen sein, immer betroffen aber ist der Enddarm.
Wie oft ein Patient, der an Colitis ulcerosa leidet, Schübe hat, ist sehr unterschiedlich. Komplikationen dabei sind recht häufig:
 - Bei einer Colitis ulcerosa ist die Schleimhautschicht entzündet. Dies kann zu sehr starken Darmblutungen führen.
 - Eine seltene, aber sehr gefürchtete Komplikation ist die starke Aufweitung des Dickdarmes mit hohem Fieber und der Gefahr eines Darmrisses mit den Folgen einer Bauchfellentzündung.
 - Nach jahrelanger Erkrankungsdauer erhöht sich das Risiko einer Darmkrebserkrankung.
 - Die Entzündung kann auch andere Organe betreffen. So sind beispielsweise Entzündungen der Augen, Gelenkentzündungen oder Haut- oder Leberveränderungen nicht selten.

Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Durchfall ist ein sehr häufiges Symptom. Entscheidend ist die Dauer und die Häufigkeit des Durchfalls. Hier einige Beispiele:
 - Die häufigste Ursache ist eine durch Bakterien oder Viren ausgelöste Darmentzündung, die so genannte Darmgrippe. Meist klingt der Durchfall innerhalb weniger Tage von selbst ab.
 - Kommt es immer wieder zu starken Durchfallattacken, könnte außer der Colitis ulcerosa auch ein Morbus Crohn die Ursache dafür sein.
 - Beim Reizdarmsyndrom kommt es immer wieder zum Wechsel von Durchfall und Verstopfung. Es könnte sich aber auch eine Darmkrebserkrankung hinter diesem Wechsel der Stuhlgewohnheiten verbergen.
 - Ist der Durchfall sehr hell und glänzend und lässt sich schlecht wegspülen, handelt es sich um Fettstühle. Diese können bei einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung auftreten, denn hier ist die Aufnahme von Fett aus dem Darm gestört.

Verhaltenstipps
 - Kommt es immer wieder zu heftigen Durchfallattacken sollte ein Arzt aufgesucht werden. Eventuell ist eine Darmspiegelung zur Ursachenklärung nötig.


Bearbeitungsstand: 23.07.2012

Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Was ist das? - Definition
Es handelt sich bei der Krankheit um eine chronische Schleimhautentzündung unklarer Ursache, die im gesamten Verdauungstrakt auftreten kann.



Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
 - Ileitis terminalis
 - Enteritis regionalis

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursache
Der Morbus Crohn ist eine recht seltene Erkrankung, die besonders bei jüngeren Menschen auftritt. Der Erkrankungsgipfel liegt zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr.
Die Krankheitsursache ist unklar, man vermutet immunologische, psychische und genetische Einflüsse.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Die Erkrankung verläuft schubweise. Immer wieder kommt es zu starken schleimigen Durchfällen, nicht selten verbunden mit Fieber und krampfartigen Bauchschmerzen.
Da auf Grund der chronischen Darmentzündung die Nährstoffe aus der Nahrung nicht vollständig aufgenommen werden können, verlieren die Betroffenen an Gewicht und es stellen sich Mangelerscheinungen ein.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Die Häufigkeit der Schübe ist sehr unterschiedlich. Generell kommt es im Verlauf der Erkrankung nicht selten zu Komplikationen:
 - Beim Morbus Crohn sind alle Wandschichten des entzündeten Abschnittes betroffen. Das heißt, die Entzündung kann sich durch die Wandschicht nach außen fortsetzen. Folge sind nicht selten Fisteln, kleine Wundkanäle, welche von der Entzündung bis an die Hautoberfläche reichen. Besonders häufig sind diese im Bereich des Darmausganges zu finden.
 - Auch Eiteransammlungen unter der Haut oder im Bauchraum sind ein häufiges Problem.
 - Die chronische Entzündung führt zu einer Wandverdickung des betroffenen Abschnittes. Dies hat Einengungen des Darmrohres zur Folge. Sind diese sehr ausgeprägt, kann der Stuhlgang sie nicht mehr passieren und es kommt zum Darmverschluss.
 - Führt die Entzündung zu einem Loch in der Darmwand, tritt Stuhl in die Bauchhöhle aus, es besteht die Gefahr einer lebensbedrohlichen Bauchfellentzündung.
 - Die Entzündung kann auch andere Organe betreffen. So sind beispielsweise Entzündungen der Augen, Gelenkentzündungen oder Haut- oder Leberveränderungen nicht selten.

Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Durchfall ist ein sehr häufiges Symptom. Entscheidend ist die Dauer und die Häufigkeit des Durchfalls:
 - Die häufigste Ursache ist eine durch Bakterien oder Viren ausgelöste Darmentzündung, die so genannte Darmgrippe. Meist klingt der Durchfall innerhalb weniger Tage von selbst ab.
 - Kommt es immer wieder zu starken Durchfallattacken, könnte außer dem Morbus Crohn auch eine Colitis ulcerosa ursächlich sein.
 - Beim Reizdarmsyndrom kommt es immer wieder zum Wechsel von Durchfall und Verstopfung. Es könnte sich aber auch eine Darmkrebserkrankung hinter diesem Wechsel der Stuhlgewohnheiten verbergen.
 - Ist der Durchfall sehr hell, glänzend und lässt sich schlecht wegspülen, handelt es sich um Fettstühle. Diese können bei einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung auftreten, denn hier ist die Aufnahme von Fett aus dem Darm gestört.


Verhaltenstipps
 - Kommt es immer wieder zu heftigen Durchfallattacken, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Eventuell ist eine Darmspiegelung zur Ursachenklärung nötig.


Bearbeitungsstand: 23.07.2012

Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Was ist das? - Definition
Unter Hepatitis C versteht man eine akute oder chronische Entzündung der Leber, die durch das Hepatitis C-Virus hervorgerufen wird.
Die Leber ist ein Organ, das im rechten Oberbauch unter dem Zwerchfell liegt. Die Leber hat entscheidende Bedeutung als Entgiftungsorgan und bei der Produktion zahlreicher wichtiger Stoffe wie Galle, Harnstoff und Eiweiße. Daneben ist die Leber bei der Entfernung von Erregern und anderen Immunreaktionen beteiligt.



Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
Non A-/ Non B-Hepatitis

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursachen
In Europa und Nordamerika verursacht Hepatitis C etwa 70 Prozent der chronischen Leberentzündungen und 60 Prozent der primären Leberkrebs-Erkrankungen. Für die Infektion mit Hepatitis C ist nicht unbedingt der Kontakt zu infiziertem Blut notwendig, oft bleibt der Infektionsweg unbekannt.
Trotzdem haben einige Menschen ein erhöhtes Risiko, an Hepatitis C zu erkranken:
 - Empfänger von Blut und Blutprodukten und Dialysepatienten
 - in medizinischen Bereichen Beschäftigte
 - Drogenabhängige; vier von fünf intravenös Drogenabhängigen tragen das Virus in sich.
 - Bei Akupunktur, Tätowieren und Piercing kann HepatitisC übertragen werden, wenn die dazu benötigten Instrumente nicht steril sind.
 - Beim Geschlechtsverkehr mit Erkrankten kann das Virus ebenfalls übertragen werden.


Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Von der Infektion mit dem Virus bis zum Auftreten der ersten Symptome der akuten Phase können zwei bis zwanzig Wochen vergehen, oft verläuft die akute Phase unbemerkt. Die beginnende Leberentzündung ist gekennzeichnet durch:
 - allgemeines Krankheitsgefühl, Abgeschlagenheit, erhöhte Körpertemperatur
 - Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, manchmal Durchfall
 - Schwindel
 - Gelenkschmerzen und Ausschlag
 - Druckschmerz im rechten Oberbauch

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Hepatitis C hat ähnlich wie Hepatitis B eine akute Phase, die in eine chronische Phase übergehen kann. Nur bemerken vier von fünf Infizierten aufgrund des leichten Verlaufs die akute Phase gar nicht. So zeigt sich diese Erkrankung oft erst, wenn es zu Leberschäden gekommen ist: Leberzirrhose (einem knotigen, nicht rückgängig zu machenden Umbau des Lebergewebes) oder Leberkrebs. Jedoch erkrankt nur jeder Fünfte tatsächlich an Leberzirrhose.
In der zweiten Krankheitsphase kann es zu Gelbfärbung der Haut und den Augen, Dunkelfärbung des Urins mit gleichzeitiger Entfärbung des Stuhls sowie Juckreiz am ganzen Körper kommen (ikterischer Verlauf, Gelbsucht).
Bei Hepatitis C kann es, angetrieben durch den Entzündungsprozess in der Leber, auch zur Unterfunktion der Schilddrüse (Hashimoto-Thyreoiditis), Nierenerkrankungen (membranoproliferative Glomerulonephritis) oder rheumatischen Erkrankungen (z.B. Sjögren-Syndrom) kommen. Im wenigen Fällen kommt es zum akuten Leberversagen.
Wenn die Leberentzündung nach sechs Monaten nicht ausgeheilt ist, spricht man von chronischer Hepatitis.


Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Sehr oft finden sich ähnliche Symptome bei Infektionen mit anderen Viren, Bakterien oder Parasiten. Vor allem nach Auslandsreisen ist an solche Erreger zu denken. Auch ein akuter Schub einer chronischen Hepatitis anderer Ursache kann sich so äußern. Symptome einer Lebererkrankung können für sich alleine für eine Vielzahl von Erkrankungen sprechen. Auf Grund einzelner Symtome lässt sich noch keine Diagnose stellen. Erst in der Zusammenschau mit klinischen Untersuchungen lässt sich eine Diagnose sichern oder ausschließen. In jedem Fall sollten sie einen Arzt um Rat fragen, wenn Sie unter den oben angegebenen Symptomen leiden.


Verhaltenstipps
 - Bei Verdacht auf eine Lebererkrankung sollten Sie alle Dinge weglassen, die der Leber schaden könnten, insbesondere Alkohol und Medikamente, sofern sie nicht vom Arzt verschrieben wurden.
 - Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr sollten Sie keinen ungeschützten Geschlechtsverkehr praktizieren, wenn Sie an einer viralen Hepatitis erkrankt sind. Auch Blut spenden dürfen Sie nicht. Beim Arztbesuch müssen Sie Arzt oder Krankenschwester darauf aufmerksam machen, dass Sie sich mit dem Hepatitis-Virus infiziert haben. Der Behandler kann dann Maßnahmen treffen, um sich selbst und andere vor einer Infektion zu schützen.
 - Vor der Infektion mit Hepatitis C kann man sich - außer durch eigenes Verhalten - nicht schützen. Aufgrund der Wandlungsfähigkeit des Virus konnte bislang kein Impfstoff entwickelt werden. Sinnvoll ist aber die Impfung gegen Hepatitis A und B, weil diese Erkrankungen bei gleichzeitiger Hepatitis C-Infektion besonders schwer verlaufen können.

Bearbeitungsstand: 25.07.2012

Quellenangabe:
Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Was ist das? - Definition
Unter der Sammelbezeichnung "Entzündungen der Niere und Harnwege" werden verschiedenartige Entzündungsvorgänge des Nierengewebes, Nierenbeckens und der ableitenden Harnwege zusammengefasst. Zu den ableitenden Harnwegen zählen der Harnleiter (zwischen Niere und Harnblase), die Harnblase und die Harnröhre.



Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen
 - Entzündung des Nierengewebes (Pyelonephritis)
 - Nierenbeckenentzündung (Pyelitis)
 - Entzündung der Harnleiter (Ureteritis)
 - Blasenentzündung (Zystitis)
 - Entzündung von Blase und Nierenbecken (Zystopyelitis)
 - Entzündung von Blase, Nierenbecken und Nierengewebe (Zystopyelonephritis)
 - Entzündung der Harnröhre (Urethritis)


Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursachen
Die häufigste Ursache für Entzündungen der Niere und der Harnwege sind Keime. Sie gelangen über das Blut, die Lymphe oder durch die ableitenden Harnwege aufsteigend an ihr Ziel. Der letzte Weg ist der häufigste. Er wird durch Abflussstörungen des Harns begünstigt, wie sie z.B. infolge von Verengungen oder Abknickungen der Harnleiter auftreten. Neben Bakterien und Viren können aber auch bestimmte Medikamente sowie eine übermäßige Belastung des Körpers durch Kälte oder Nässe der Grund für die Entzündungen sein.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Patienten mit Nierenentzündung leiden unter einem allgemeinen Krankheitsgefühl. Häufig klagen sie über dumpfe Schmerzen in der Nierenregion. Je nach Ausprägung treten auch Fieber mit Schüttelfrost und Erbrechen sowie Gliederschmerzen auf. Charakteristisch für Patienten mit entzündeten Harnwegen ist ein Brennen beim Wasserlassen. Hinzu kommen oft krampfartige Schmerzen im Unterbauch und ein gehäufter Drang zum Entleeren der Blase.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Entzündungen der Harnwege können auf die Nieren übergreifen und dort eine Infektion des Nierengewebes und des Nierenbeckens auslösen. Daneben besteht die Gefahr, dass akute Nieren- und Harnwegsentzündungen in eine chronische Verlaufsform übergehen. Veränderungen des Nierengewebes können die Folge sein, im schlimmsten Fall kommt es zu einer Niereninsuffizienz mit Schrumpfnierenbildung.

Was kann noch dahinter stecken? - Krankheitsbilder mit ähnlichen Symptomen
Eine Schwangerschaft, ein Dauerkatheter oder Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes mellitus und Gicht begünstigen die Entstehung von Nieren- und Harnwegsentzündungen. Gleiches gilt für Nierenmissbildungen und für die Einnahme von Medikamenten wie Cortison sowie anderen Wirkstoffen, die das Immunsystem unterdrücken.

Was rät die Großmutter? - Hausmittel und Verhaltenstipps
In der Regel klingen Entzündungen der Harnwege durch reichliches Trinken schnell wieder ab. Empfehlenswert sind Tees mit harntreibenden und krampflösenden Inhaltsstoffen (z.B. Birken- und Bärentraubenblätter, Schachtelhalm, Goldrute). Auch die örtliche Zufuhr von Wärme durch Wärmepackungen oder Sitzbäder lindern den Verlauf. Wichtig ist es, den Unterleib stets warm zu halten und sich möglichst körperlich zu schonen. Im Normalfall klingen die Entzündungen nach ein bis zwei Wochen wieder aus. Beim Auftreten von starkem Fieber und Nierenentzündungen ist aber stets ein Arzt aufzusuchen.

Bearbeitungsstand: 27.04.2012

Quellenangabe:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dosierung und Anwendungshinweise

Wie wird das Arzneimittel dosiert?

Das Arzneimittel ist vor allem für die Behandlung schwerer Erkrankungen geeignet. Da die Dosierung des Arzneimittels von verschiedenen Faktoren abhängt, sollte sie von Ihrem Arzt individuell auf Sie abgestimmt werden. Folgende Dosierungsempfehlungen werden gegeben - die Dosierung für Ihre spezielle Erkrankung besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt: Substitutionstherapie (krankhafter Kortisonmangel), auch bei adrenogenitalem Syndrom: Für die Behandlung stehen Arzneimittel mit einem geeigneteren Wirkstoffgehalt zur Verfügung. Höchstdosis: Unter ärztlicher Aufsicht kann die Dosis erhöht werden. Stresszustände nach langfristiger Therapie: Höchstdosis: Unter ärztlicher Aufsicht kann die Dosis auf 2 1/2 bis 3 1/2 Tabletten pro Tag erhöht werden. Andere Erkrankungen - Ein Dosierbeispiel: Kinder: Für Kinder wird das Arzneimittel von Ihrem Arzt entsprechend dem Körpergewicht dosiert. Die Dosierung wird in der Regel von Ihrem Arzt langsam reduziert und auf eine für Sie passende Erhaltungsdosis eingestellt. In Kombination mit anderen Arzneimitteln: Die Dosierung wird von Ihrem Arzt bestimmt. Patienten mit einer Leberfunktionsstörung: Sie müssen in Absprache mit Ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.
WerEinzeldosisGesamtdosisWann
Erwachsene2 bis 4 Tabletten1-mal täglichmorgens (zwischen 6:00 und 8:00 Uhr), zu der Mahlzeit
Anwendungshinweise
Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden.

Art der Anwendung?
Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein.

Dauer der Anwendung?
Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt.

Überdosierung?
Es kann zu einer Vielzahl von Überdosierungserscheinungen kommen. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.

Einnahme vergessen?
Setzen Sie die Einnahme zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt ganz normal (also nicht mit der doppelten Menge) fort.

Generell gilt: Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen.

Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Zusammensetzung
Was ist im Arzneimittel enthalten?

Die angegebenen Mengen sind bezogen auf 1 Tablette.

Wirkstoffstoff 20 mg Prednison
Hilfstoff + Lactose-1-Wasser
Hilfstoff + Carboxymethylstärke, Natrium Typ A
Hilfstoff + Cellulosepulver
Hilfstoff + Siliciumdioxid, hochdisperses
Hilfstoff + Magnesium stearat (pflanzlich)
Hilfstoff + Chinolingelb
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